Kindergartenkonzeption

Inhaltsverzeichnis                          
Vorwort

I. Rahmenbedingungen
1. Der gesetzliche Auftrag                          
2. Der Ort Scharnebeck                             
3. Der Träger                       
4. Das Personal                                 
4.1 Qualifikationen                                
4.2 Fortbildungen
4.3 Praktikanten                                   
5. Teamarbeit                                       
6. Die Öffnungszeiten                                   
7. Die Räume                                       
7.1 Gruppenstärke und Namen                           
8. Das Außengelände                                   
8.1 Die Bewegungsbaustelle                              
8.2 Wald und Park
9. Der Betreuungsvertrag                              
10. Medikamentengabe                                   
II. Die Pädagogik des Hauses
1. Unser Leitbild                                        
2. Das Bild vom Kind                                    
2.1 Unsere Leitsätze, das Logo                                  
3. Das Wort „Erziehung" oder vom Umgang mit Regeln und Grenzen              
4. Partizipation                                              
5. Das Spiel                                                                                                               
5.1 Das Freispiel                                         
5.2 Das gelenkte Spiel                                      
6. Der Situationsansatz                                          
7. Projektarbeit                                              
7.1 Hausprojekte                                          
8. Der Niedersächsische Orientierungsplan                             
Bildungsziele und Lernbereiche:
8.1 Emotionale Entwicklung und soziales Lernen                         
8.2 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen              
8.3 Körper-Bewegung-Gesundheit                                  
8.4 Sprache und Sprechen                                      
8.5 Lebenspraktische Kompetenzen                                  
8.6 Mathematisches Grundverständnis                              
8.7 Ästhetische Bildung                                      
8.8 Natur und Umwelt                                      
8.9 Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz    
9. Integration
9.1 Inklusion                                            
10. Der Übergang zur Schule -  Das Brückenjahr                       
11. Kindeswohl - Kindeswohlgefährdung                              
12. Der Tagesablauf                                          
12.1 Rituale                                              
12.2 Ernährung                                         
13. Qualitätssicherung - Der Nationale Kriterienkatalog                      
III. Elternarbeit
1. Das Aufnahmegespräch                                      
1.1 Hospitationen und Schnuppertage                            
2. Datenschutz                                              
3. Informationen                                            
4. Beobachtung und Dokumentation                                 
4.1 Das Portfolio                                         
4.2 Lerngeschichten                                          
4.3 Entwicklungsdokumentation „Wachsen und Reifen"                     
4.4 Elterngespräche                                       
4.4.1 Tür- und Angelgespräche                              
4.4.2 Das Beratungsgespräch                                  
4.4.3 Konfliktgespräche                                 
5. Elternabende                                              
5.1 Elternbeirat                                         
5.2 Die Koop-Stelle                                         
5.3 Feste                                              
6. Externe Zusammenarbeit                                      
6.1 Das Gemeinwesen                                     
6.2 Öffentlichkeitsarbeit                                      
Nachwort

Anhang:
Auszüge aus KJHG und KiTaG                                
Ermächtigung zur Medikamentengabe                          
Infektionsschutzgesetz                                   
Kinderkartei                                           
Kita-ABC                                                  
UN-Kinderrechtskonvention                                          
Kita-Flyer

 

I. Rahmenbedingungen

1. Der gesetzliche Auftrag
Der gesetzliche Auftrag für Kindertageseinrichtungen ist inhaltlich im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) für die Bundesrepublik Deutschland und für Niedersachsen  im Niedersächsischen Kindertagesstättengesetz (KiTaG) festgeschrieben. Er umfasst Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern. Beispielhaft für unsere Arbeit in der Kita sind im Anhang folgende Paragrafen aufgeführt:
§§ 1, 8a, 22, 22a, 24 SGB VIII (Achtes Buch Sozialgesetzbuch = KJHG) und
§§ 2 und 3 des KiTaG
Ebenso sind wir seit Januar 2005 dem „Niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung" verpflichtet, der Bildungsziele und Lernbereiche beschreibt, die während des Besuches der Kindertagesstätte beachtet und gefördert werden sollen.
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2. Der Ort Scharnebeck
Scharnebeck ist eine beschauliche Gemeinde mit ca. 3200 Einwohnern ganz in der Nähe von Lüneburg und hat sich im Laufe der Zeit von einer traditionellen landwirtschaftlichen Gemeinde zu einer Wohngemeinde entwickelt. Die Arbeitsplätze der Einwohner gehen bis in den Einzugsbereich von Hamburg und Umgebung. Verschiedene Vereine mit einem breit gefächerten Angebot gestalten ein aktives kulturelles Leben. Der Ort verfügt über ein eigenes kleines Fachkrankenhaus mit Altenpflegeeinrichtung, eine Grundschule, die Hauptschule mit Verbindung zur Elbmarsch-Realschule und angrenzendem Bernhard-Riemann-Gymnasium. Ebenso gibt es dort eine Bücherei. Als Attraktion kann das Schiffshebewerk am Elbe-Seiten-Kanal sowie der Kletterpark bezeichnet werden. Hier gibt es zwei Kirchen und Scharnebeck ist Sitz der Samtgemeinde. Die Kindertagesstätte bietet neben der Vormittagsgruppe, eine Dreiviertelgruppe, eine Integrationsgruppe, eine Krippengruppe und eine Ganztagsgruppe an.
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3. Der Träger
Träger der Kindertagesstätte ist die Gemeinde Scharnebeck mit dem Bürgermeister als Trägervertreter. Der Träger sorgt für die räumlichen, personellen und finanziellen Bedingungen. Die Gemeinde betreibt die Einrichtung seit dem 3.12.1975. Zunächst wurden hier Kinder in einem 3-gruppigen Kindergarten auch aus den umliegenden Dörfern betreut. Seit August 1996 können Kinder in 5 Gruppen gleichzeitig aufgenommen werden. Im August 2000 wurde eine der Gruppen zu einer Integrationsgruppe erweitert; nun können hier 18 Kinder betreut werden, von denen maximal 4 Kinder nachgewiesene Entwicklungsbeeinträchtigungen zeigen dürfen. Da der Träger sehr bemüht ist, den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden, wurde im Sommer 2007 eine Familiengruppe eingerichtet, die es ermöglichte, auch unter 3-Jährige zu betreuen. Bald schon wurde der Bedarf an Kleinstkindbetreuung größer, so dass im Sommer 2009 die Familiengruppe durch eine Krippengruppe ersetzt wurde. Der regelmäßige Austausch zwischen Einrichtungsleitung und Trägervertreter ermöglicht es, die Bedarfe aller Beteiligten gut im Blick zu behalten.
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4. Das Personal
Die Kindertagesstätte wird von Frau Angelika Eickholt geleitet. Sie ist Erzieherin und von der Gruppenarbeit freigestellt. Die vielfältigen Arbeitsanforderungen bringen es mit sich, dass auch sie ständig in Bewegung ist. Günstig ist es, Termine vorher telefonisch zu vereinbaren. Stellvertretende Leitung ist Frau Maria Prenger.
In der Gruppenarbeit sind
1 Heilpädagogische Fachkraft
1 Krippenerzieherin
9 Erzieherinnen
1 Erzieher
tätig. Unterstützt werden wir von 3 Vertretungskräften, die an Urlaubs- oder Krankheitstagen aushelfen. Eine davon kommt vorrangig als Vertretung für die Krippengruppe, da wir die sensible Kontaktaufnahme dieser Altersgruppe sehr ernst nehmen. Zudem kommt täglich eine hauswirtschaftliche Kraft in unser Haus, die weitere anfallende Aufgaben erledigt.
Unsere Einrichtung ist nach dem § 4 des Niedersächsischen KiTaG ausschließlich mit Fachkräften besetzt.
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4.1.  Qualifikationen
Unser Personal bringt die unterschiedlichsten Qualifikationen mit und setzt diese Kompetenzen während der Betreuungszeit ein. Diese sind:
1 Zertifikat: Fachwirtin für Kindertageseinrichtungen
1 Heilpädagogische Fachkraft
1 staatlich anerkannte Heilpädagogin
1 Fachkraft Vorschulpädagogik
3 Zertifikate: Fachkraft Psychomotorik
1 Zertifikat: Brain Gym I und II
1 Zertifikat: Systemische Familienberaterin
1 Zertifikat: Fachkraft gemäß § 8a SGB VIII
1 Zertifikat: Fachkraft für inklusive Prozesse
1 Zertifikat: Qualifizierte Sprachförderung im Kindergarten
1 Zertifikat: Plattdüütsch för de Lütten
1 Zertifikat: Verhaltensauffällige Kinder
2 Zertifikate: Kinder aus suchtbelasteten Familien
1 Zertifikat: Fachkraft für Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich
1 Zertifikat: Fachkraft für naturwissenschaftliche Frühförderung

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4.2 Fortbildungen
Unser Kita-Team folgt dem Anspruch, am Puls der Zeit zu arbeiten. Daher nehmen wir regelmäßig an Fortbildungen teil, um unsere pädagogischen Bausteine weiterentwickeln zu können. Gleichzeitig bewahren wir Gutes und Erprobtes, so dass wir in unserer Einrichtung eine gesunde Mischung aus „alt und neu" anbieten können. Weiterbildungen können extern besucht werden oder auch als In-House-Veranstaltung für alle KollegInnen stattfinden. Auch in Kooperation mit anderen Kitas organisieren wir Fortbildungen. Jedes Teammitglied hat ganz eigene Stärken und Vorlieben für bestimmte Themen. So wird versucht, dass jede/r ihr/sein persönliches Potenzial erweitern kann. Jemand verfügt über Kreativität oder Spontanität, ein anderer über Organisationstalent. Es zeigt eine Kollegin ein besonderes musikalisches Können oder Kontaktfreude und es findet sich auch jemand mit Durchsetzungs- und Kooperationsfähigkeit. Ein anderer hat einen unstillbaren Wissensdurst...
Unsere Persönlichkeiten sind vielfältig und die Ressourcen sollen zur Geltung kommen, daher wird jede/r individuell fortgebildet. In einer Dienstbesprechung werden dann die KollegInnen über die Fortbildungsinhalte informiert.
Für die gemeinsame Weiterentwicklung unserer Pädagogik stellt der Träger dem Team 2 Studientage im Jahr zur Verfügung.
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4.3 Praktikanten
Gemäß dem Spruch „Wir haben alle einmal klein angefangen", begleiten wir auch PraktikantInnen der Berufsbildenden Schule. Auf dem Weg zur Erzieherin gehen die SchülerInnen zwei Jahre in die Sozialassistentenausbildung und zwei weitere Jahre in die ErzieherInausbildung. Mitunter sind auch PraktikantInnen im Haus, die das Fachabitur ablegen oder JahrespraktikantInnen, die ein Jahr überbrücken möchten. Der Austausch mit den Neueinsteigern und der Berufsbildenden Schule bereichert uns, ist aber auch zeitintensiv.
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5. Teamarbeit
„Alle sollen mit ins Boot!" Dies ist das Verständnis von einem gut funktionierenden Team, das oft - aber nicht immer - verwirklicht werden kann. Die Arbeit des pädagogischen Teams genießt in unserer Einrichtung Vertrauen und Wertschätzung. Wir fragen bewusst:

  • Welche Dinge sind förderlich für eine gelingende Arbeit?

  • Welche Dinge sind hinderlich für eine gelingende Arbeit?

  • Was kann ich tun, damit es mir gut geht? (Selbstsorge, Selbstverantwortung)

So tauschen wir uns regelmäßig, z.B. in Dienstbesprechungen, über Probleme und Konflikte aus, um in unserer Teamentwicklung voran zu kommen. Offenheit ist uns wichtig. Was berührt mich, was kann ich verschmerzen, wie viel Druck halte ich aus? Aber auch und vor allem: Welche Ressourcen, welche Stärken sind da und wie kann ich sie einsetzen? Unser Blick soll positiv orientiert sein ohne die Erschwernisse des Alltags aus dem Auge zu verlieren. Dazu gehört auch Streiten.
Nur mit einer ehrlichen und akzeptierenden Streitkultur sind wir glaubwürdig und können dies auch unseren Kitakindern vorleben. Zu der pädagogischen Arbeit mit Kindern gehört Vertrauen, Toleranz und Respekt. Vielfalt und Anderssein aushalten können, ist eine der Kernkompetenzen von ErzieherInnen im Kontakt mit Kindern, Eltern und KollegInnen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser gutes und wertschätzendes Klima zu erhalten, denn nur so können wir dies auch für die Kinder in unserer Einrichtung schaffen. So können wir uns im Team zu jeder Zeit und in jeder Situation aufeinander verlassen. Das schafft Vertrauen und Sicherheit. Im Team fühlen wir uns gut aufgehoben; das ist eine unserer Stärken. Grundbedingungen für unser Team sind gute Kommunikation untereinander und ein kontinuierlicher Informationsfluss. Jedes Teammitglied kennt seinen Arbeitsauftrag und fühlt sich verpflichtet, ihn verantwortungsvoll umzusetzen. Wir kooperieren miteinander und Entscheidungen werden respektiert. Zur Reflexion und Versachlichung des Arbeitsverhaltens werden regelmäßige Mitarbeitergespräche geführt. Dieses fördert die Motivation und Perspektiven und Ziele der einzelnen MitarbeiterIn können geklärt werden.
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6. Die Öffnungszeiten
Wir haben von montags bis freitags in der Zeit von                                           
7:00 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet.

Unsere Gruppen haben folgende Kernbetreuungszeiten:
Frühdienst:
7:00 Uhr - 8:00 Uhr
Die Vormittagsgruppe:
8:00 - 12:00 Uhr
Spätdienst:
12:00 - 12:30 Uhr
¾ Betreuung:
8:00 - 14:00 Uhr
Die Integrationsgruppe:
8:00 - 14:00 Uhr
Die Krippengruppe:
8:00 - 14:00 Uhr
Die Ganztagsgruppe:
8:00 - 16:00 Uhr
Spätdienst:
16:00 - 16:30 Uhr

Die Kinder sollen bis spätestens 9:00 Uhr in der Kita sein, um einen störungsfreien Morgenkreis zu gewährleisten. 
Es ist vorteilhaft, die Kinder frühzeitig zu bringen; so haben sie die Möglichkeit, ihren Platz in der Kindergruppe zu finden.
Die Arbeitszeit des Personals endet mit der Öffnungszeit, daher wird um pünktliches Abholen gebeten.
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7. Die Räume
Im geräumigen Eingangsbereich gibt es die Möglichkeit, sich zu setzen und die Konzeption oder andere Schriften zu lesen. Hier befindet sich auch die Elternpinnwand, an der alle Informationen von und für Eltern zu finden sind.
Es folgt die Cafeteria, in der die Integrationsgruppe und die 3/4-Gruppe ihr Frühstück einnehmen und in der die Kinder der unteren Gruppen mittags speisen. Daran schließt sich die Bewegungshalle mit Materialraum und Bällebad an. Ebenso befinden sich auf dieser Ebene die Küche mit Hauswirtschaftsraum, das Leitungsbüro, 2 Erwachsenentoiletten und ein Duschraum sowie die Holzwerkstatt. Auch auf dieser Etage sind die Integrationsgruppe mit Waschraum und Garderobe, die 3/4-Gruppe mit Waschraum und Garderobe sowie die Krippengruppe mit ihren Räumlichkeiten.
Im oberen Stockwerk befinden sich die Vormittagsgruppe und die Ganztagsgruppe mit ihren Waschräumen und Garderoben sowie eine Cafeteria für diese Gruppen, eine kleine Küchenecke und ein Besprechungsraum für das Team. Dort befindet sich auch die Bücherecke mit einer Auswahl an  Büchern und Spielen.
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7.1 Gruppenstärke und Namen
Unsere Gruppen sind altersgemischt zusammengestellt, um Kindern den Kontakt mit älteren und jüngeren Kindern zu ermöglichen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder in altersgemischten Gruppen viel stärker voneinander profitieren; sie lernen, zu helfen, zu fragen, aufeinander zu achten und erleben sich in verschiedenen Rollen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, Kinder mit besonderem Förderbedarf aufzunehmen.

  • Die Krippengruppe heißt „Die kleinen Strolche" und betreut 15 Kinder.

  • Die Integrationsgruppe heißt „Die Kleckse" und betreut 18 Kinder.

  • Die Ganztagsgruppe heißt „Die Sternschnuppen" und betreut bis zu 25 Kinder.

  • Die Dreiviertelgruppe heißt "Die Raupenbande" und betreut bis zu 24 Kinder.

  • Die Halbtagsgruppe heißt "Die Bärengruppe" und betreut bis zu 25 Kinder.

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    8. Das Außengelände
    Auf unserem 10.000 qm großen Außengelände befinden sich neben verschiedenen Spielgeräten auch ein Fußballplatz und ein Wasserspielplatz. Es gibt eine Stehwippe und eine Vogelnestschaukel sowie einen großen Berg. Vier große Sandkästen erweitern das Angebot und neben Sandspielzeug stehen Fahrzeuge bereit zum Üben des Gleichgewichtes und der Koordination. Ein kleiner abgetrennter Außenbereich ist den Krippenkindern vorbehalten, wird aber auch von anderen gerne genutzt.
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    8.1 Die Bewegungsbaustelle
    Was ist eine Bewegungsbaustelle?
    Wir können mit den Kindern in der Turnhalle eine Bewegungsbaustelle aufbauen. Das heißt: Bewegliches Material lädt die Kinder ein, sich zu bewegen. In einer großen Eltern-Kind-Erzieher-Aktion haben wir auf dem Spielplatz ebenfalls eine Bewegungsbaustelle errichtet. Dort gibt es nun Kisten, Kübel, Rohre, Holzbalken, Holzleitern, Holzpflöcke, Kabeltrommeln, Reifen und anderes bewegliches Material zum freien Gestalten.
    Warum ist Bewegung eigentlich so wichtig?
    Kinder nehmen ihre Umwelt weniger mit dem Kopf wahr, sondern mit all

    • ihren Sinnen

    • ihrem Körper

    • ihrer Tätigkeit.

    Kinder erfassen und verstehen durch Bewegung ihre Umwelt. Das heißt z.B.

    • beim Rennen

    • beim Springen

    • beim Klettern

    erfahren Kinder einen Raum.
    Durch körperliche Erfahrungen bilden sich Begriffe wie:
    weich - hart
    hoch - niedrig
    leicht - schwer
    eben - uneben     und viele andere mehr.
    Auch Präpositionen werden gebildet:

    • ich klettere auf den Baum

    • ich liege unter dem Baum

    • ich stehe hinter/neben dem Baum   usw.

    Beim Rutschen erfahren Kinder das Gesetz der Schwerkraft, beim Bauen einer Höhle setzen sie sich mit Konstruktionsprinzipien auseinander und beim Tragen der verschiedenen Materialien spüren sie ihre Kraft und das verschiedene Material.

Hirnforscher sagen:
Sind die Muskeln in Aktion, werden für die Gehirnreifung wichtige Substanzen ausgeschüttet, die für das Lernen zuständig sind.
„Die Bewegungsbaustelle bietet durch ihre vielfältigen Handlungsgelegenheiten ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Handlungsmöglichkeiten und ist somit ein ideales Lern- und Erfahrungsfeld für Kinder, das dem komplexen Erziehungsziel der integrativen Förderung motorischer, kognitiver und sozial-emotionaler Prozesse und damit der Entfaltung aller Persönlichkeitsbereiche des Kindes gerecht werden kann." (Prohl, Seewald 1998)
Bewegung macht also fit - nicht nur den Körper, sondern auch im Kopf!
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8.2 Wald und Park
Der gegenüber liegende Wald, der Lübbelaupark und auch die Mühlenteiche mit dem Sauerbach und dem Waldgelände laden ein, uns in der Natur aufzuhalten. So können wir der Hektik des Alltags entfliehen und Flora, Fauna und uns selbst immer wieder neu entdecken. Dem pädagogischen Personal ist es wichtig, dass die Kinder Räume in Wald und Flur mit allen Sinnen entdecken. Wir lauschen dem Blätterrascheln, den Vogelstimmen und dem Knacken im Unterholz. Barfuß spüren wir Bucheckern, Stöckchen, Wurzelwerk, Tannennadeln und Moos. Und der Sauerbach zeigt uns dann Muscheln, Wasserläufer, Krebse und seine kalten Temperaturen. Den Wald so wahr zu nehmen wie er ist und gleichzeitig zu nutzen für die eigene Phantasie und Kreativität, liegt uns am Herzen. So entstehen Mobiles, Holzrahmen, geschnitzte Stöcke und vieles mehr. Es stärkt die Kinder, festzustellen, dass sie „all ihr Spielzeug" gar nicht brauchen, sondern so in einen guten Kontakt mit anderen Kindern kommen oder der ErzieherIn erzählen können, was sie alles entdecken. Sie bemerken die Veränderungen der Natur, wie im Frühjahr die Knospen aufgehen und im Herbst die Blätter fallen, wie das Grün der Blätter sich verändert und welche Früchte auf welchen Bäumen wachsen. Die Zusammenhänge in der Natur- und Tierwelt werden ihnen bewusst, wenn z.B. die Kastanien im Herbst für die Fütterung der Rehe gesucht werden oder Eichhörnchen emsig ihren Wintervorrat anlegen. Hier ist eine Gelegenheit, selbstbewusster, selbstsicherer, ruhiger und offener zu werden.
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9. Der Betreuungsvertrag
Der Betreuungsvertrag kommt durch schlüssiges Verhalten zustande. Die Eltern erhalten von der Leitung einen Aufnahmebogen und die entsprechende Satzung beim ersten Besuch der Kindertagesstätte. Gefällt ihnen die Einrichtung und die pädagogische Konzeption (als Teil des Betreuungsvertrages), so füllen sie den Anmeldebogen aus und senden ihn zurück. Sofern ein Betreuungsplatz für das Kind frei ist, erhalten sie von der Gemeinde eine schriftliche Zusage. Die Benutzungsgebühren richten sich nach dem Einkommen der Personensorgeberechtigten/Eltern. Diese schicken einen Einkommensnachweis an die Samtgemeinde zur Errechnung der zu zahlenden Gebühren. Grundsätzlich haben alle Kinder nach Vollendung des dritten Lebensjahres einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz (§24 SGB VIII), seit dem 01.08.2013 haben auch Kinder mit Vollendung des ersten Lebensjahres einen Anspruch auf eine frühpädagogische Betreuung. Mitunter wird allerdings nach sozialen Kriterien entschieden, ob ein Vormittagsplatz möglich ist oder ein Nachmittagsplatz in Anspruch genommen werden muss. Vorrangig werden Kinder aus dem Ort Scharnebeck betreut, Integrationskinder aus der Samtgemeinde Scharnebeck.
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10. Medikamentengabe
Grundsätzlich sollte davon ausgegangen werden, dass kranke Kinder nicht in eine Kindertagesstätte gehören. Dennoch gibt es Kinder, die durch chronische und allergische Erkrankungen auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind. Seit 1996 steht der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz im KJHG festgeschrieben (BVerfG im Urteil zum § 218 StGB, siehe auch § 24 SGB VIII). Der Ausschluss chronisch kranker Kinder stände also im Widerspruch zum Rechtsanspruch. Da das pädagogische Personal aber für evtl. Folgeschäden durch fehlerhafte Medikamentengabe bis zu 30 Jahre haftbar gemacht werden kann (§ 199 Abs.2 BGB), sichert die Einrichtung ihre MitarbeiterInnen mit einem Medikationsbogen ab (im Anhang). Nur wenn die aktuelle schriftliche Verordnung des Arztes mit Vorgaben zur Dosierung vorliegt und die Personensorgeberechtigten ihr schriftliches Einverständnis gegeben haben, wird eine eingewiesene Fachkraft die benötigten Medikamente verabreichen. Falls ein Integrationskind besondere Arzneimittel oder Injektionen benötigt, wird eine Fachkraft vom Arzt darin eingewiesen. Auch Hausmittelchen, Kügelchen, Cremes oder ähnliches müssen von den Eltern zuhause verabreicht werden, wenn das Kind trotz Erkrankung die Kita besuchen soll.

Sonnencreme ist im Sommer vor dem Besuch der Einrichtung aufzutragen; der Wirkschutz hält stundenlang. Die Ganztagskinder cremen sich mit ihrer eigenen Sonnencreme selber ein zweites Mal ein.
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II. Die Pädagogik des Hauses

1. Unser Leitbild
„Die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen bildet die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt."
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Präambel)

Unsere Kindertagesstätte ist für alle Familien der Gemeinde geöffnet. Daher wollen wir uns von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und insbesondere von der UN-Kinderrechtskonvention leiten lassen. Für uns bedeutet dieses, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Traditionen, Geschlechterzugehörigkeit, religiöser Zugehörigkeit und Menschen mit Behinderungen gleichermaßen freundlich zu behandeln und sie in ihrer Würde zu respektieren. Wir akzeptieren keine Aussonderung und wollen Unterschiedlichkeit und Andersartigkeit als wechselseitige Bereicherung erleben. Die Menschenrechte und humanistische Werte wie z.B. Respekt, Achtung, Mitgefühl, Toleranz, Fürsorge, Gewaltfreiheit, Selbstbestimmung und Verbundenheit zur Mitwelt sind eng miteinander verknüpft und prägen uns im Kontakt miteinander.

„Wir begegnen uns in den Gemeinsamkeiten
und wachsen an unseren Unterschieden."  (Virginia Satir, 1916-1988)
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2. Das Bild vom Kind
„Kinder sind stark, vielfältig begabt und leistungsfähig. Alle Kinder verfügen über die Bereitschaft, die Fähigkeit, die Neugier und das Interesse, ihren Lernprozess zu gestalten und sich mit allem auseinanderzusetzen, was ihnen in ihrer Umwelt begegnet."   (Loris Malaguzzi, 1920-1994)

Laut Jean Piaget (Schweizer Entwicklungspsychologe, 1896-1980) ist das Kind Akteur seiner eigenen Entwicklung. Es steuert die Unternehmungen, die zu seiner Entwicklung führen aus sich selbst heraus. „Um Akteur ihrer eigenen Entwicklung zu sein, brauchen Kinder Wahrnehmung, Sprache, Bewegung, Denken und Fühlen, sie müssen entscheiden und sich Wissen über die unzähligen Einzelheiten der Welt aneignen. Sie nutzen die Anforderungen der Umwelt, um ihre Fähigkeiten zu erweitern und zu schärfen. Ein Teil der Umwelt ist der „pädagogische Kontext", sind also die Menschen, Räume, Projekte, Spiel- und Experimentierangebote, die ihnen in der Kita begegnen. Dieses Entwicklungsgeschehen beschreiben wir in Anlehnung an moderne Bildungstheoretiker als Selbstbildungsprozess,..." (Brigitte Ott, Rainer Käsgen, Harald Ott-Hackmann, Sven Hinrichsen - Die systemische Kita, verlag das netz, Weimar-Berlin, 2007, Seite 62)
Was Malaguzzi und Piaget schon vor vielen Jahren beschrieben, ist heute wieder hochaktuell. Es gab Zeiten, in denen Kinder früh Arbeiten in Haus und Landwirtschaft übernehmen mussten und die Verantwortung für jüngere Geschwister zu tragen hatten. Aber im Gegensatz zu ihren Pflichten war die Freizeit der Kinder nicht verplant und meistens unbeaufsichtigt. Das Spiel der Kinder wurde von ihnen selbst gestaltet und sie entwickelten ihre eigenen Ideen und Regeln. In den letzten Jahren jedoch sind die freien Spielmöglichkeiten der Kinder  weitgehend verloren gegangen. In den Städten gibt es eine enge Bebauung und die Freizeiten der Kinder sind oft verplant mit Angeboten, die die Eltern mit bester Absicht für ihr Kind auswählen. Reizüberflutung durch immer mehr Spielzeug, Fernsehprogramme und Computerspiele prägen die Kindheit heute. Durch eine künstlich geschaffene Kinderwelt wird dem Kind wenig zugetraut. Wir setzen auf die Entwicklung der Selbstwirksamkeitskräfte, indem wir dem Kind etwas zutrauen und es seine Entwicklung mitgestalten lassen. Es hat Mitspracherecht (Partizipation) und je nach Alter kann es auch eigenverantwortlich handeln.
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2.1 Unsere Leitsätze, unser Logo
Unsere Leitsätze


Wer sich nicht bewegt, bleibt stehen...   und
Wer nicht neugierig ist, kann die Welt nicht erkunden...
sind bezeichnend für unsere Arbeit.

Wer sich nicht bewegt, bleibt stehen...
Bereits Kinder erfahren die Lebensbedingungen ihrer Familien hautnah. Veränderte wirtschaftliche Verhältnisse, Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung der Eltern, Krisen in der Familie: All dies beeinflusst das Aufwachsen der Kinder in erheblichem Maße. Flexibles Reagieren wird ihnen schon früh abverlangt, gerade auch auf der sozial-emotionalen Ebene. Vielfältige Gefühle suchen sich einen Weg. Für die Kinder ist es wichtig, Teil einer Gemeinschaft zu sein, dazuzugehören, getragen zu werden von anderen, mit denen man gemeinsame Interessen und Anliegen hat. Wir bieten den Kindern die Möglichkeit, sich zu bewegen, ihren Impulsen zu folgen und sich nach ihrem Tempo zu entwickeln. Wir helfen ihnen dabei, ihre Persönlichkeit zu stärken und sie in sozial verantwortliches Handeln einzuführen. Aus der Vielzahl der Bewegungsmöglichkeiten können sie sich das auswählen, was sie gerade für sich brauchen.
    
Wer nicht neugierig ist, kann die Welt nicht erkunden...
Neugierde gehört zur Kindheit dazu, wie sonst soll ein Kind sich die Welt erschließen? Es ist gewünscht, dass die Kinder etwas finden, etwas wissen wollen, fragen, sich austauschen, neue Erkenntnisse gewinnen und individuelle  Lösungsstrategien entdecken. Wir bezeichnen das als Bildung und Bildung/Selbstbildung findet überall statt: Beim Steine finden, im Gespräch, im Spiel, beim Schuhe binden und Nase putzen, in den verschiedenen Angeboten und Projekten, bei der kreativen Gestaltung, bei Bilderbuchbetrachtungen, in Unternehmungen und Tänzen, beim Singen oder beim Wasserspiel. Diese und viele weitere Anlässe nutzen die Kitakinder, um sich zu bilden. Dabei lernen sie, in der Gemeinschaft zu leben, mit Problemen umzugehen, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, Krisen auszuhalten, zu Schwächen stehen zu können, auf die innere Stimme zu hören, mutig zu sein, Stärken auszubilden und vieles mehr. Und vor allem: An sich selbst glauben und sich selbst zu vertrauen. Sie können ihrem Wissensdrang nachgehen und ihre Freude am Lernen pflegen.

„Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss,
a) die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen;
b) dem Kind Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten...zu vermitteln..."
(Artikel 29, Übereinkommen über die Rechte des Kindes, 1989)

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ist entstanden bei der Frage, was unsere Arbeit und unsere Leitsätze darstellen könnte. Wir haben uns für ein festes Fundament entschieden, welches wir gemeinsam mit den Eltern den Kindern bieten wollen. Eine gute Bindung und emotionale Sicherheit als Basis für eine gesunde Entwicklung. Die Farbe Grün signalisiert dabei das Wachstum und die Farbe Rot steht für Emotionalität. Je nach Entwicklungsstand und Fähigkeit kann das Kind sich dann Schritt für Schritt (Stein auf Stein) weiterentfalten; es kann sich aus unseren pädagogischen Angeboten (Bausteinen) das wählen, was es gerade braucht, bis es unter unserem Dach die Schulbereitschaft entwickelt hat. Die Begegnungen dabei können zu weiteren Bausteinen des Lebens für das Kind werden. In Gemeinschaft mit anderen soll es seine ganze Persönlichkeit zeigen und entfalten. Gleichzeitig symbolisiert unser Logo unsere Bewegungsbaustelle, denn wir glauben
Wer sich nicht bewegt, bleibt stehen...
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3. Das Wort „Er-ziehung" oder vom Umgang mit Regeln und Grenzen
Nein, wir wollen nicht an den Kindern herumziehen, nicht nach oben, nicht nach unten! Da wir Selbstbildung und Wachstum nach eigenem Tempo ernst nehmen, glauben wir nicht, dass wir die Entwicklung der Kinder mit Gewalt (und ziehen kann Gewalt sein) beschleunigen können. Und das widerspräche ja auch unserem Prinzip der Gewaltfreiheit. Auch der Zug, oder besser Druck, nach unten ist nicht unsere Methode, ein Kind „gefügig" zu machen (das zieht echt runter). Wie aber soll ein guter Umgang miteinander bei 25 Kindern in der Gruppe gelebt werden und gelingen?

Wir beteiligen die Kinder (Partizipation). Der Morgenkreis bietet eine gute Möglichkeit, sich zusammenzusetzen und miteinander zu besprechen, welches Verhalten für eine gelingende Gruppe und ein liebenswertes Zusammenleben nötig ist. Gemeinsam in der Kinderkonferenz Regeln aufzustellen und Grenzen abzustecken ist hier machbar; für die Einhaltung müssen die Kinder selber sorgen (Selbstverantwortung), wir achten allerdings beharrlich darauf, dass sie dieses auch tun. Die Strukturen in der Kita geben dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Hier haben sie einen vertrauten  Raum, eine Bezugserzieherin, sie wissen, wann und wo das Frühstück stattfindet, ihre Zahnbürste steht immer auf demselben Platz; auch sie haben ihren festen Platz in der Gruppe. Wir haben Rituale und Regeln entwickelt, die unserem täglichen Miteinander einen Rahmen geben. Natürlich ist es Kinderart - Erwachsene nicht ausgenommen - auch mal etwas zu vergessen. Dann haben wir immer noch die Erinnerung oder auch das Spiegeln, damit ein Kind wieder den Sinn dieser Regel wahrnimmt. Beim Spiegeln wird bewusst gemacht durch Mimik und Gestik, Wort oder Tonart, ob das Verhalten des Kindes gerade angenehm war oder schmerzhaft. Hierfür können wir die ganze Bandbreite unserer Gefühle einsetzen. Wir halten es für Kinder wichtig, sich ihrer Gefühle bewusst zu werden. Wut, Trauer, Enttäuschung, Freude,Angst, Stolz und Liebe sind wichtige Emotionen, die uns ein Leben lang begleiten. Auch ein offenes Gespräch mit der pädagogischen KollegIn im Beisein des Kindes zeigt Wirkung; es wird über sein Verhalten nachdenken. Wir bevorzugen klare Worte, statt endlose Debatten, die das Kind eher verunsichern.
Gleichzeitig achten wir darauf, das Kind dann nicht zu erniedrigen oder zu demütigen, sondern den Regelbruch selber zu benennen und evtl. für Schadensbegrenzung, z.B. Wiedergutmachungen zu sorgen. Wichtig ist auch für das pädagogische Personal, zu hinterfragen, welche Ursachen hinter gebrochene Absprachen stehen können. Auf der Basis einer guten Beziehung ist es möglich, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen; vielleicht hat es den Sinn einer Regel gar nicht verstanden oder aus Ärger gerade vergessen.Und noch viel wichtiger: Wir nutzen positive Verstärker! Lachen und Lob steckt an. Was uns Freude macht und allen Beteiligten gut getan hat, wird gerne wiederholt.
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4. Partizipation
Partizipation (Teilhabe/Mitbestimmung) ist ein Grundprinzip der Menschenrechte. Für Kinder stellt es erste Erfahrungen mit der Demokratie dar. In Kinderkonferenzen mitbestimmen zu können, was sie sich selber erarbeiten wollen, macht sie zu vollwertigen Partnern in einem Entscheidungsprozess. So lernen sie, einen Konsens zu finden oder sie entwickeln Strategien, gerade für ihre Idee zu argumentieren. Sie lernen ihre Rechte kennen und erfahren durch aktives Zuhören die Ansichten von anderen. Durch Meinungsbildung und Meinungsäußerung verbessern sie ihre Kommunikation, ihr kritisches Denken, ihre Organisations- und Lebenskompetenzen. Sie machen die Erfahrung, dass sie wirklich etwas verändern können.
Grundsätze zur Förderung der Partizipation von Kindern
„UNICEF, die Weltorganisation für die Rechte und das Wohlergehen von Kindern, hat Grundsätze für eine sinnvolle Partizipation von Kindern formuliert. Diese Richtlinien eignen sich für jede Art von Partizipation:

  • Die Kinder müssen verstehen, worum es bei dem Projekt oder Verfahren geht, wozu es dient und welche Rolle sie darin spielen.

  • Machtverhältnisse und Entscheidungsstrukturen müssen transparent sein.

  • Die Kinder sollten so früh wie möglich in alle Initiativen einbezogen werden.

  • Alle Kinder sollten, ungeachtet ihres Alters, ihrer Situation, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Fähigkeiten oder anderer Faktoren,mit demselben Respekt behandelt werden.

  • Grundregeln sollten zu Beginn mit allen Kindern zusammen aufgestellt werden.

  • Partizipation sollte freiwillig sein und die Kinder sollten in jeder Phase aussteigen dürfen.

  • Kinder haben Anspruch darauf, dass ihre Meinungen und ihre Erfahrung respektiert werden."

(Compasito, Handbuch zur Menschenrechtsbildung mit Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, November 2009, Seite 295)
Neben Kinderkonferenzen und Morgenkreis gibt es viele Möglichkeiten, Kinder in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Während einer Projektarbeit kann eine Mind Map erstellt werden und das Projekt gestaltet sich Schritt für Schritt, je nachdem wo die Kinder ihre Interessen haben. Selbst wenn die Kinder ihren Spielort eigenständig wählen, das kann eine andere Gruppe sein, der Außenspielplatz, die Holzwerkstatt oder die Turnhalle, handelt es sich um Mitbestimmung.









Beispiel einer Mind Map

(Charmaine Liebertz, Das Schatzbuch des ganzheitlichen Lernens, Hrsg. von der Gesellschaft für ganzheitliches Lernen e.V., Don Bosco Verlag, München, 4. Auflage 2002, Seite 105)
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5. Das Spiel
„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun.
Denn, wenn man genügend spielt, solange man klein ist,
dann trägt man Schätze mit sich herum,
aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann.
Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben,
die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer ist."
(Astrid Lindgren, 1907-2002)

Spielen heißt für ein Kind: Die Welt erkunden und sich selbst ausprobieren, etwas tun, was Spaß macht, untersuchen, wie die Dinge funktionieren und entdecken, was sich mit eigenen Kräften alles bewerkstelligen lässt (Selbstwirksamkeit). Die Fähigkeit zum Spielen und die Vielfalt des Spiels ist Ergebnis dessen, was ein Kind immer wieder an Eindrücken aus seiner Umwelt sammelt und subjektiv verarbeitet. Es ist ein unermüdliches Ausprobieren und Experimentieren mit den Dingen. So ist das Spiel sowohl Voraussetzung als auch Quelle für die kindliche Entwicklung. Durch das zweckfreie Spiel werden die Eindrücke, welche das Kind erlebt, verarbeitet.
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5.1 Das Freispiel
Im sogenannten Freispiel wählt jedes Kind selbstbestimmt aus, womit es arbeiten oder sich beschäftigen möchte. Materialien, Orte und Räume können für eigene Interessen und Bedürfnisse genutzt werden. Im Gruppenraum, aber auch in der Turnhalle, der Holzwerkstatt oder in den anderen Gruppenräumen haben die Kinder einen breiten Erfahrungsraum für ihr Spiel zur Verfügung. Allein oder mit anderen bestimmen die Kinder, welche Themen ihnen wichtig sind, was sie erforschen und ausprobieren wollen. Die Dauer des Spiels wird durch die Kinder selbst festgesetzt oder aber durch die festen Gruppenzeiten begrenzt. Die ErzieherInnen halten sich aus dem Spiel der Kinder weitgehend heraus; sie schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen für das Freispiel. Sie sind für die Kinder ansprechbar und diese können von ihnen Hilfe bekommen.
Kinder entwickeln im Freispiel ein Gefühl von Verantwortung, Hilfsbereitschaft und sie finden heraus, wie die reale Welt funktioniert, z.B. im Rollenspiel, im Gespräch mit anderen, im Nachspüren der Gemeinschaft. Sie entdecken Regeln und erfahren Konsequenzen für ihr Handeln. Gemeinsam mit Spielpartnern lernen sie, aufeinander einzugehen, füreinander einzustehen, selber „Chef" zu sein, sich unterzuordnen und auf einer Augenhöhe zu agieren. Sie entdecken ihre Grenzen, lernen, ihre Fähigkeiten zu erweitern oder aber ihre Möglichkeiten zu akzeptieren. Das freie Spiel fördert die Entscheidungsfähigkeit der Kinder: Was will ich heute mit wem unternehmen? Was brauche ich? Worauf muss ich Rücksicht nehmen? Was muss ich mir mit anderen teilen? Was bewegt mich?
Selbstbestimmtes, verantwortliches Handeln in der Gemeinschaft - das ist es, was die Kinder im Freispiel lernen.
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5.2 Das gelenkte Spiel
Verschiedene Spiel-Angebote werden entweder im Morgenkreis oder in den gesamten Tagesablauf integriert. Dabei findet zum einen eine gezielte Förderung statt und auch eine Erweiterung von Sach- und Wissenskompetenzen oder sozialen Kompetenzen. Uns ist es sehr wichtig, an den Stärken der Kinder anzusetzen, da hier das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Kindes gestärkt wird. Natürlich wollen wir alters- und entwicklungsentsprechende Aktivitäten anbieten, um eine Über- oder Unterforderung zu vermeiden.

Beispiele für gezielte Angebote:
Gespräche
Bilderbücher, Geschichten, Märchen
Fingerspiele
Gedächtnistraining durch Kimspiele
Kreis- und Singspiele
Bewegungsspiele
Tanzspiele
Farben, Formen, Größen
Sinnesübungen
Rollenspiele
Puppenspiele
Bastelarbeiten und andere kreative Angebote
Feste feiern (Geburtstage, religiöse Feste, Projektabschlüsse, etc.)
Wasser- und Sandspiele
Bau- und Konstruktionsspiele
Gesellschaftsspiele, Memory und weitere Tischspiele
Lieder
Bei all diesen und weiteren Angeboten werden Bereiche wie z.B. Sprachkompetenz, musikalische Förderung, Grob- und Feinmotorik, Umwelterziehung und andere Lernbereiche aus dem Orientierungsplan angesprochen. Auch hierbei findet eine ganzheitliche Förderung statt.
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6. Der Situationsansatz   
Der Situationsansatz hat sich im Laufe der letzten Jahre fortlaufend weiterentwickelt und viele neuere Erkenntnisse integriert. Wir verstehen den Situationsansatz heute so, dass Kinder etwas verstehen (kognitiv begreifen), mitgestalten und verändern können, je nach Alter und Entwicklung. Kinder sind von Geburt an mit Kompetenzen und Fähigkeiten ausgestattet; sie haben einen aktiven Part im alltäglichen Tun. Die Autonomie nimmt einen immer größeren Raum ein; ihnen wird zugetraut, eigenverantwortlich zu handeln. Sie sollen befähigt werden, in Situationen ihres gegenwärtigen  und künftigen Lebens möglichst autonom, solidarisch und kompetent zu handeln.

„ Der Situationsansatz war schon zur Zeit seiner Entwicklung aufs Engste verbunden mit der damaligen Bildungsreform im Kindergarten. Auch in der heutigen Bildungsdiskussion um die Elementarpädagogik zeigt der Situationsansatz seine Stärke: Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und die Fähigkeit, sich eigenständig Sachverhalte aneignen zu können, sieht er als grundlegende Kompetenzen, um sich erfolgreich in der Wissensgesellschaft behaupten und zurechtfinden zu können. Damit wird der explizite Bildungsanspruch des Situationsansatzes deutlich."
(Kindergarten heute - spezial, Pädagogische Handlungskonzepte von Montessori bis zum Situationsansatz, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2002, 4. Auflage, Seite 47)

Wir nehmen wahr, aus welcher Familie (Großfamilie, Einelternfamilie, Patchworkfamilie, usw.), aus welchem Kulturkreis oder aus welcher Wohngegend ein Kind kommt. Unter Berücksichtigung jeder einzelnen Lebenssituation des Kindes wird versucht, die Kompetenzen des Kindes zu stärken, denn:
Die Konzentration auf die Kompetenzen und Stärken eines jeden Kindes (Menschen) lässt das Selbstbewusstsein des jeweiligen Kindes wachsen (ressourcenorientiertes Arbeiten), was aber nicht bedeutet, dass das Kind nicht auch mit Grenzsetzungen und Frustrationen konfrontiert wird. In dem Fall erhält es die Möglichkeit, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln und daran zu wachsen.
Im Situationsansatz wird in vier verschiedenen Kompetenzbereichen gearbeitet:
1. Ich-Kompetenzen stärken
2. Soziale Kompetenzen fördern
3. Sach- und Wissenskompetenzen erlangen
4. Lernmethodische Kompetenzen erleben (Erfahren, dass Lernen Spaß macht, wie man lernt, was und unter welchen Bedingungen man lernen kann. Eine Methode ist: Beobachten, was die Neugierde und das Interesse des Kindes geweckt hat. Beobachten, mit welcher Intensität sich das Kind beschäftigt hat und welche Gefühle das bei dem Kind ausgelöst hat und zu schauen, welche neuen Erfahrungen es gemacht hat. Hat es sich allein oder mit anderen auf den Weg gemacht, Neues zu entdecken?  Anschließend mit dem Kind über die Beobachtungen und seine Ideen dazu sprechen. Es ist die Geschichte vom Kind als aktivem Lerner, die sich so in den Lerngeschichten wiederfindet.)
Die Kinder lernen in für sie überschaubaren Sinnzusammenhängen, in denen sie handelnde Subjekte sind, für die das Aneignen von Wissen und Können einen Sinn hat und von Bedeutung ist. Die Bedeutung von Bildungsinhalten sehen wir auf drei Ebenen:
1. Das Kind in seiner Welt - das Bild von sich selbst
2. Das Kind in der Kindergemeinschaft - das Bild von den anderen
3. Weltgeschehen erleben, Welt erkunden - das Bild von der Welt
Unter Berücksichtigung dieser Kompetenzen und Ebenen arbeiten wir mit Projekten, in denen für die Kinder ihre persönlichen Stärken erfahrbar werden.
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7. Projektarbeit
In regelmäßigen Abständen führen wir in unserem Kindergarten Projekte durch. Bei der Themenwahl werden die Bedürfnisse und die Lebenssituationen der Kinder berücksichtigt. Aber auch Jahreszeiten oder aktuelle Ereignisse bieten eine gute Grundlage für die Durchführung eines Projektes. Projektarbeit ermöglicht Kindern selbstständiges und ganzheitliches Lernen. Dabei beachten wir möglichst viele Bereiche aus dem „Niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung". Wir arbeiten über einen längeren Zeitraum gemeinsam an einem Thema, das wir auf vielfältige Weise erforschen und weiterentwickeln.

„Projekte weisen eine Verbindung zwischen Leben und Lernen auf. Es wird nicht in abstrahierten Stunden 'für das Leben' gelernt und der Alltag läuft nebenbei ab. Das Kind bearbeitet in Projekten seinen Alltag, nämlich seine Fragen und Interessen, seine Einschränkungen und Probleme, seine Gefühle und Bedürfnisse.
Dadurch streben Projekte vernetztes Denken und eigenverantwortliches Handeln an. Sie sind nicht abgehoben vom Lebensalltag. Sie wirken auf ihn zurück....
Projektorientiertes Vorgehen entspricht also dem Situationsansatz mit seinen Zielsetzungen von Selbstbestimmung und solidarischem Handeln..."
(Entdeckungskiste - Projektarbeit/offene Gruppen im Kindergarten, Jan./Feb. 1998, Titelthema: Der Situationsansatz und seine Projekte, Freya Pausewang,  Kindergarten - Fachverlag, St. Ingbert, Seite 7)

Einflugschneisen für Projekte:
Umwelt
Räume und Ausstattung
Beobachtete Situationen
Gesellschaftliche, politische, ökologische und pädagogische Themen - können als Impuls der Kinder, ErzieherInnen oder Eltern Einzug halten

Ein Projekt sollte bieten:

Motorische Möglichkeiten (Bewegung aller Art)
Kommunikative Möglichkeiten (Gespräche aller Art)
Emotionale Möglichkeiten (Gefühle aller Art)
Kognitive Erkenntnismöglichkeiten (Geistige Weiterentwicklung)
Soziale Möglichkeiten (Kontakte aller Art mit anderen)
Sinnliche Erfahrungen zur Stärkung der Wahrnehmung (die Basissinne: Propriozeption = die Tiefenwahrnehmung der Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln, taktile Wahrnehmung = tasten, fühlen, vestibuläre Wahrnehmung = Gleichgewichtssinn, Aufbauend auf diese Basissinne: schmecken, riechen, hören, sehen)

Die 4 Phasen des Projekts:

Definition
Planung
Realisierung
Abschluss
In alle Phasen der Projekterarbeitung werden die Kinder miteinbezogen (Partizipation). Ihre Äußerungen, ihre Ideen werden ernst genommen und nur ihr Tempo kann die Geschwindigkeit und den Zeitraum eines Projektes bestimmen. Oft ist es sinnvoll, ein Projekt in Zwischenschritte zu unterteilen, damit es strukturiert wird.

Kinder lernen,

  • wenn sie betroffen sind.

  • wenn sie sich mit ihren momentanen Fragen und Themen sprachlich auseinander setzen können.

  • wenn sie den konkreten Bezug zu ihrem Leben wahrnehmen.

  • wenn sie sich handelnd mit der dinglichen und personalen Umwelt beschäftigen können.

  • wenn sie sich mit Kindern sprachlich austauschen können.

  • wenn sie Zeit zum Lernen haben.

  • wenn sie sich emotional wohlfühlen.

 



  Projekt
 
  Wer macht mit?  
  Kinder entscheiden sich  
  Individuelle Begleitung durch die Erzieherin  
  
Wer hat welches Interesse?
Begabungen
Wer hat welchen Entwicklungsstand?
Neue Fragen entstehen Fähigkeiten
Wer braucht was?
Interessengruppen bilden sich
Fertigkeiten

Kinder setzen eigene Schwerpunkte

     
  Wann geht ein Projekt zu Ende?
 
  Wenn keine weiteren Impulse gegeben werden.
 
  Wenn das Interesse der Kinder nachlässt.
 
  Wenn das Thema des Projektes sich ändert.
 
 
 

(Schaubild des Ev. luth. St. Marien Kindergartens, 28865 Lilienthal)
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7.1 Hausprojekte
Die gemeinsame pädagogische Arbeit in einem großen Team erfordert ein hohes Maß an Absprachen und Koordination. Es bedarf eines kontinuierlichen Austausches. Dieses findet in regelmäßigen Dienstbesprechungen und im morgendlichen Jour fix statt. Bei diesen Gelegenheiten sind schon manche Hausprojekte entstanden. Beispielsweise haben wir aktiv am Brückenjahr teilgenommen, auf dessen Durchführung sich seitens der Kita eine Erzieherin spezialisiert hat.
Weiterhin gibt es das Leonardo da Vinci-Projekt, welches eine Vernetzung zwischen Fachschule und einigen gewählten Kindertagesstätten beinhaltet. Dieses Projekt hat auch einen Austausch zwischen schwedischem und deutschem frühkindlichen Bildungssystem zur Folge gehabt. Auch auf dieses Projekt hat sich eine Erzieherin spezialisiert.
Ein weiteres Projekt war die Einrichtung eines Kooperationsausschusses zwischen Elternschaft und Personal, um den gemeinsamen Dialog und die Zusammenarbeit auf möglichst kurzem Wege zu gestalten. Ein Beispiel dieser gelingenden Kooperation ist die Bewegungsbaustelle.
Ebenfalls gibt es eigens für die Kinder, die im folgenden Jahr die Schule besuchen werden - Schlaubären - spezielle Projekte, um ihre Schulbereitschaft zu stärken.
Durch das hohe Engagement eines vielseitigen Teams ist es möglich, sich auch weiterhin flexibel auf neue Projekte einzulassen.
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8. Der Niedersächsische Orientierungsplan
Das Land Niedersachsen hat zum 01. Januar 2005 den „Niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung" herausgegeben, der für alle Kindertageseinrichtungen richtungsweisend ist. In den 9 Lernbereichen sollen die Kompetenzen des Kindes gefördert werden, sodass es bei Schuleintritt einen möglichst guten Start hat. Der Orientierungsplan lässt sich gut mit unserem pädagogischen Ansatz (Situationsansatz) und der Projektarbeit verknüpfen. Er begrüßt ausdrücklich eine Partizipation (Mitbestimmung) der Kinder und eine gelingende Elternarbeit, mit dem Grundgedanken, dass das pädagogische Personal Begleiter für Eltern und Kinder sein soll. Das Kind wird als geborener Lerner verstanden, das von selbst bestrebt ist, die Welt zu verstehen und Handlungskompetenz zu erwerben. Weil das aus der Eigenmotivation geschieht, spricht man von „Selbstbildung". Es ist ein aktiver, kompetenter Akteur seines Lernens, nicht das Objekt der Bildungsbemühungen anderer. Das Spiel ist seine bevorzugte Methode zum Lernen. Um in eine bereits bestehende sozial und kulturell geprägte Kultur hineinzuwachsen, bedarf es positiver Vorbilder für das Kind, die seine Freude am Erkunden und Lernen stärken. Die Lerngelegenheiten werden immer komplex sein, sodass z.B. in einem Projekt mehrere Lernbereiche bedient werden.
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Bildungsziele und Lernbereiche:

8.1 Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
Die sozial-emotionale Entwicklung vollzieht sich auf zwei Ebenen, die sich wechselseitig bedingen.
1. Auf der Ebene der Persönlichkeit lernt das Kind, sich als Person mit seinen Gefühlen wahrzunehmen (Ich-Kompetenzen).
2. Auf der Ebene des sozialen Lernens lernt es, Beziehungen zu anderen Menschen zu gestalten und es beginnt im Umgang mit seinen Mitmenschen soziale Verhaltensweisen zu entwickeln (Soziale Kompetenzen).

Soziales Verhalten wird in der Familie und in weiteren engen Beziehungsformen erlernt. Wichtig ist vor allem eine verlässliche Bindung als Fundament für Vertrauen und Sicherheitsgefühl. In der Kita entsteht diese Bindung im Kontakt zur Bezugserzieherin und den anderen Kindern. In diesem Beziehungsgeflecht lernen die Kinder über sich und andere z.B. das Aushandeln sozialer Regeln, die Achtung vor persönlichen Bedürfnissen und Grenzen, den Ausdruck starker Gefühle, den Umgang mit Konflikten, Rücksicht nehmen, Freundschaften schließen, usw..                       Die emotionale Kompetenz, die ein Kind erlernt, bedeutet, sich seiner Gefühle bewusst zu sein, sie zuzulassen und sie auszudrücken. Auch mit negativen Gefühlen und Stresssituationen muss es fertigwerden. Es lernt, die Gefühle anderer wahrzunehmen und sich in ihre Lage hinein zu versetzen (Empathie). Emotionale Kompetenz ist die Basis für soziale Intelligenz, d.h. soziales Miteinander selbstbewusst und einfühlsam zu gestalten.

„Bevor ein Kind mit dem Alphabet und anderem Wissen von der Welt befasst wird,
sollte es lernen, was die Seele ist, was Güte und Liebe sind, welche Kräfte in ihm schlummern.
Wesentlicher Teil der Bildung müsste sein, dass das Kind unterwiesen wird, wie man im Lebenskampf
Hass durch Liebe, Unwahrheit durch Wahrheit, Gewalt durch Mitgefühl
besiegt". (Mahatma Gandhi, 1869-1948)

Wichtig im Kontakt zum Kind sind in der Kindertagesstätte:
Verlässlichkeit, emotionale Sicherheit, Respekt, Akzeptanz, Anerkennung der Gefühle, Stärkung der Lebensfreude, Klarheit, Hilfestellung, über Lösungswege sprechen, usw...., denn „Beziehungen sind Bausteine des Lebens"
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8.2 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
Neugierig zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung, damit sich kognitive Fähigkeiten (geistiges Potential) entwickeln können. Normalerweise ist ein Kind von Natur aus wissbegierig und kann auch mit Freude über neu Entdecktes staunen. Schwierig wird das oft erst, wenn eine psychische oder emotionale Blockade diese Fähigkeit beeinträchtigt. In der Kita kann das Kind beim aktiven Untersuchen und Erforschen Ausdauer entwickeln. Wir als Erwachsene gestehen ihm diese Zeit zu und stellen ihm Raum und Material zur Verfügung. Das können Bastelmaterialien, Konstruktionsmaterial, aber auch Wissensbücher sein, ebenso wie Orte, etwa ein Zoo, ein Museum oder eine Kirche. Aber mit all dem dürfen wir das Kind nicht allein lassen, denn es möchte das Entdeckte mit anderen Kindern und uns als Erwachsenen besprechen und reflektieren. Es braucht also Beziehungen und den Dialog, um sich weiterzuentwickeln und sich fragend mit einer Thematik auseinander zu setzen. Wenn es dann bei neuen Erfahrungen seine Gefühle und Ideen mit einbringen kann und konkret erfährt, welche Auswirkungen das soeben Erlebte auf ihn und andere hat, verstärkt sich die Freude am Lernen. Das Erlebte muss für das Kind im wahrsten Sinne des Wortes „merk-würdig" sein. Als ErzieherInnen wollen wir für die Interessen des Kindes sensibel sein und ihm seinen Freiraum zugestehen, so dass es etwas in eigener Verantwortung angehen kann. Es braucht eine Vision, was es tun möchte, es braucht eine konkrete Aktion und es muss in einer Gesellschaft aufwachsen, die es toleriert, dass  gerade Kinder auch durch Fehler lernen. Eigene Lern- und Lösungsstrategien stehen dem Kind zu.

„Jeder erfolgreiche Lernprozess ist das Ergebnis von hirngerechtem Lernen. Ordnen wir doch einmal die wichtigsten Erkenntnisse aus der Hirnforschung den vier maßgeblichen Lernabschnitten zu:
1. Reizaufnahme (Sinnesorgane - Wahrnehmung)
2. Denken (Neues mit gespeichertem Wissen verknüpfen)
3. Behalten (Wiedererkennen von gespeichertem Wissen)
4. Anwenden (Übertragen des Gespeicherten, Handeln)"
(Charmaine Liebertz, Das Schatzbuch des ganzheitlichen Lernens, Hrsg. von der Gesellschaft für ganzheitliches Lernen e.V., Don Bosco Verlag, München, 4. Auflage 2002, Seite 37)
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8.3 Körper - Bewegung - Gesundheit
Als Motorik (lat.: movere =  bewegen) bezeichnet man alle vom Gehirn gesteuerten Bewegungen des Körpers. Die motorische Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Wahrnehmung, der kognitiven Entwicklung und der Sprachentwicklung. Wir unterscheiden zwischen Grobmotorik (Bewegungskoordination des ganzen Körpers), Feinmotorik (Gebrauch der Hände und Finger) und der Mundmotorik (Bewegungen im Mundbereich).
Kinder brauchen vielfältige Bewegungserfahrungen als Anreize für ihre körperliche und geistige Entwicklung; als aktive Bewegungswesen erschließen sie sich die Welt. Unsere Tageseinrichtung bietet zahlreiche Gelegenheiten, Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu machen und die Wahrnehmung zu schulen. Ziel hierbei ist es, eine Vielfalt an sensorischen Erfahrungen (Sensorik = Zusammenwirken und Ordnen der Sinne) zu ermöglichen und das Körperbewusstsein im positiven Sinne zu stärken. Bewegungsfreude der Kinder wird durch Freiräume gefördert, in denen sie sich draußen und drinnen spontan bewegen können und zum Laufen, Hüpfen, Rennen, Kriechen, Klettern, Hangeln, Rutschen, Schaukeln usw. herausgefordert werden.
Durch die Nutzung unserer Turnhalle, den Bereich des Außengeländes mit der Bewegungsbaustelle, Exkursionen (Ausflüge in den Wald, auf andere Spiel-
plätze) und die Durchführung regelmäßiger Bewegungsangebote kommen die Kinder zu vielfältigen Bewegungserfahrungen.
Noch mehr Bewegung - Psychomotorik
Der Begriff „Psychomotorik"wurde in Deutschland von Prof. Dr. E.J. Kiphard eingeführt und bis heute in vielfältiger Weise von Pädagogen weiterentwickelt. Dieser Begriff Psychomotorik weist auf eine enge Verbindung von Psyche und Motorik hin. Seelische und körperliche Entwicklung stehen in enger Beziehung zueinander. Sehr deutlich ist dieser Zusammenhang, wenn Kinder „vor Freude hüpfen" oder „vor Wut trampeln". Die Psychomotorik beinhaltet, dass Fühlen, Denken, Wahrnehmen und Bewegen untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Das heißt, die Kinder lernen mit allen Sinnen und dabei steht die Eigentätigkeit im Vordergrund. Spiel und Spielfreude ist die zentrale Dimension im Lernprozess der Kinder. Sie sind dabei keinerlei Leistungsdruck ausgesetzt und so entwickelt sich die Persönlichkeit und Handlungsfähigkeit auf angenehm, spielerische Weise.

In unserer Einrichtung sind drei ErzieherInnen als PsychomotorikerIn ausgebildet und setzen Erkenntnisse nach Kiphard, Jean Ayres oder der Sport- und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer um.
Zum Thema „Gesundheit - gesunde Ernährung" mehr in Punkt 12.2.
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8.4 Sprache und Sprechen
Bereits nach der Geburt tritt der Säugling in die Welt der Sprache ein. Und schon vor der Geburt kann das Kind hören.
„ 1. Sprache und Sprachvermögen beruhen auf der Integration akustischer Reize (hören) mit dem vestibulären System (Gleichgewichtssinn - Der Gleichgewichtsnerv liegt im Innenohr).
2. Wortaussprache erfordert die drei grundlegenden sensorischen Systeme - taktil (fühlen), vestibulär (Gleichgewicht) und propriozeptiv (Tiefenwahrnehmung).
3. Sprechen und Sprache ist ein Endprodukt der vorangegangenen sensorischen Integration (die wichtigen Reize wahrnehmen und umsetzen, hier: Melodie, Tonart, laut, leise, Rhythmus, Tempo).
4. Spielaktivitäten, die vestibuläre Stimulierungen hervorrufen, verbessern Sprache und Lesen.
5. Mit welchem Erfolg die Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen, hängt von vielerlei Bedingungen ab, im Wesentlichen aber von gut funktionierenden Wahrnehmungs- und Sinnesfunktionen.
6. Gleichgewichtsempfinden, Tiefenwahrnehmung und Berührungsempfinden sind die sensomotorischen Grundlagen (die wichtigsten Reize/Körpersinne verarbeiten) für alle Wahrnehmungsprozesse. Visuelle (sehen) und auditive (hören) Wahrnehmung bauen auf ihnen auf."
(Auszug aus Jean Ayres: Bausteine der kindlichen Entwicklung; Jean Ayres, Entwicklungspsychologin, 1920-1989)
Sprache und Sprechen ist ein zentrales Verständigungsmittel. Und jeder spricht anders, hat eine eigene Weise, sich selbst mitzuteilen oder Töne und Stimmlagen zu hören. Wir fördern auf vielfältige Weise unseren Sprachgebrauch: Mit Mimik und Gestik, über die Musik, mit Rhythmusspielen, Reimen, Mundmotorikübungen, Fingerspielen, Stilleübungen und genauem Hinhören. Auch das Betrachten von Bilderbüchern oder Hören von Geschichten reizt zur Unterhaltung und schult den Satzbau. Sich über die Inhalte auszutauschen fördert die Dialogfähigkeit. Wir halten es für wichtig, mit den Kindern klar und deutlich zu sprechen. Das meint zum einen die Aussprache, zum anderen aber auch klare Absprachen und Aufträge.

Eine weitere Form des Sprachgebrauches ist die schriftliche Art, sich zu verständigen; für die Kinder erste Begegnungen mit dem geschriebenen Wort, mit Buchstaben und Zahlen, Literacy genannt. Sie nehmen wahr, dass Buchstaben und Zeichen etwas bedeuten. Wenn sie daran Interesse zeigen, bieten wir ihnen unser Wissen an, damit sie Zahlen und Buchstaben erlernen.
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8.5 Lebenspraktische Kompetenzen
Das Lernfeld Lebenspraxis ist ein wichtiger Baustein im Prozess der frühen Bildung. Im zweiten Lebensjahr entdeckt das Kind sein „Ich". Fortan ist es damit beschäftigt, dieses zu stärken. Es sieht, welche Tätigkeiten andere, Kinder und Erwachsene, ausüben und möchte sie nachahmen. Besonders viele Erfahrungsmöglichkeiten bietet das Herstellen oder Herrichten von Mahlzeiten. Wir bieten den Kindern in unserer Einrichtung jeden Freitag ein morgendliches Buffet an. Hierbei ist Zusammenarbeit gefordert; es muss geplant werden (kognitiv), mit Mengen hantiert werden (Mathematik) und die Handgeschicklichkeit (Feinmotorik) wird geschult. Die Eigenschaften der Zutaten werden erkundet, gefühlt, geschmeckt, gerochen und manchmal knistert die Verpackung (Sinnesanregung). Auch das Tisch decken oder Zähne putzen, sich reinigen oder anziehen gehören zu den alltäglichen Verrichtungen. Lob und Bestätigung für die geleistete Arbeit heben das Selbstbewusstsein. Manchmal verhindern aber Über-Fürsorglichkeit oder mangelnde Zeit diese „natürlichen" Erfahrungen, die jedes Kind reifen lassen. Wir glauben an die Eigenmotivation des Kindes. Besonders deutlich ist diese auch zu spüren beim Hantieren in der Holzwerkstatt oder beim Bedienen des Telefons oder Fotoapparates.
Der Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Rupert Dernick hat das Konzept der FamilienErgo entwickelt und behauptet, ein Kind lernt in 7 häuslichen Tätigkeitsbereichen alles, damit es „Topfit für die Schule" wird. Wir nennen das „ganzheitliches Lernen", denn die Kinder lernen damit, sich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren, Verantwortung zu übernehmen und selbstbewusst zu handeln. Wichtige motorische, kognitive, sprachliche und soziale Kompetenzen werden dabei ganz nebenbei eingeübt. Die 7 Tätigkeiten sind:
1. Einkaufen
2. Tisch decken
3. Spülmaschine ausräumen und Gespültes wegräumen
4. Abwaschen und Abtrocknen
5. Obst und Gemüse schälen und schneiden, Essen zubereiten
6. Wäsche aufhängen und legen
7. Telefonieren und Telefonate annehmen
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8.6 Mathematisches Grundverständnis
In der Kita erobern die Kinder das mathematische Grundverständnis spielerisch, mit Fantasie, Spaß und Freude. Im Alltag sowie in Projekten finden sich viele Gelegenheiten, Erfahrungen mit Raum und Zeit, Ordnen, Vergleichen, Messen. Mengen und Größen zu machen. Den Zahlen begegnen wir täglich in der Kita, dazu gehört z.B.

  • Das Durchzählen der Kinder im Morgenkreis

  • Zu Zweit anfassen, wenn wir spazieren gehen

  • Zu Zweit nebeneinander auf der Treppe warten, bis alle fertig sind

  • Unsere Treppenstufen sind gezählt und mit Ziffern und Punkten entsprechend gekennzeichnet

  • Es werden Würfelspiele gespielt, das Würfelbild wird gezählt und von älteren Kinder auch schon simultan erfasst

  • Beim Tisch decken soll eine bestimmte Anzahl von Tellern und Tassen aufgedeckt werden.

Wichtig ist aber auch die Sprache für das mathematische Grundverständnis. Abzählverse bzw. -reime, Fingerspiele, Lieder, usw. tragen dazu bei.
Die Raumlage, die Orientierung im Raum ist ebenfalls von großer Bedeutung. Das Erkennen und Benennen von links und rechts, oben und unten, vor und dahinter; all diese Dinge erfahren die Kinder beim Spielen in der Bewegungshalle, im Garten, auf der Bewegungsbaustelle oder im Wald.
Dass geometrische Formen unser tägliches Leben begleiten, erleben die Kinder ebenfalls. Ein Teller ist rund, ein Reifen auch, das Fenster ist eckig, ein Blatt Papier ebenfalls. Ein quadratisches Blatt Papier, in der Mitte gefaltet, wird auf einmal ein Rechteck und wenn wir auf dem Quadrat ein Hausdach bauen wollen, falten wir es dreieckig.
Länge und Höhe begegnet den Kindern, wenn sie sich mit kleineren oder größeren Kindern messen und vergleichen. Und auf dem Bauteppich können sie sich mit langen oder kurzen, dicken oder dünnen Bausteinen etwas gestalten. Die alltäglichen mathematischen Aktivitäten animieren die Kinder  zum eigenen Denken und Ausprobieren.
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8.7 Ästhetische Bildung
Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt ein Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen Kontakt zu seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne. Um die Welt kennen und verstehen zu lernen, beschreiten die Kinder eigene Wege mit unterschiedlichen Mitteln. Sie zeichnen, malen, arbeiten mit Ton, kneten, kleben, tuschen, usw.. Wir stellen den Kindern mit Papier, Wasser, Sand, Naturmaterialien, Klebstoff und Schere das nötige Material zur Verfügung. So haben sie die Möglichkeit, auf kreative Art und Weise damit umzugehen.
Diese kreativen Tätigkeiten haben Verbindung zu zwei unterschiedlichen Erkenntnisebenen:
Erfahrungsebene:
Z.B: Aus Blau und Gelb wird Grün
Viel Wasser benutzen - die Farbe wird heller
Mit Wasser wird die Farbe dünner
Empfindungsebene:
Das ist mein Bild und es ist schön oder es gefällt mir nicht.
Es fühlt sich klebrig, kalt, warm, weich oder hart an.
All diese Erfahrungen wecken die Kunst des Staunens und die Freude über neue Entdeckungen und Empfindungen.

„In den Farben sind verborgene Dinge von Harmonie und Kontrast.
Dinge, die durch sich selbst wirken und die man durch kein anderes Medium ausdrücken kann."
(Vincent van Gogh, Niederländischer Maler, 1853-1890)

Auch das Gestalten mit Holz ist eine Darstellungsform, die ganzheitlich die Sinne anregt und das ästhetische Empfinden der Kinder bildet. Neben der Holzwerkstatt bieten wir weitere Darstellungsmöglichkeiten in Musik und Tanz oder Theater und Pantomime an. Im Morgenkreis oder in einem Projekt lernen die Kinder, sich und ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen.
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8.8 Natur und Lebenswelt
In unserer Kita haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, sich mit der Natur auseinander zu setzen. Unser Außengelände bietet Erde, Sand, Wasser, Bäume und Gebüsch zum Erforschen an. Zudem liegen Wald und Park nahe, so dass wir zu jeder Jahreszeit die Veränderungen der Natur beobachten können. Kälte und Wärme, Licht und Schatten, Steigung und Gefälle und vieles mehr kann über die Gefühle aufgenommen werden. Pflanzen und Naturphänomene fordern die Kinder zum Experimentieren heraus und wir können uns mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde beschäftigen. Auch Tiere gehören zum ökologischen System, sei es im Wald oder in der Wüste. Die Tiere, die wir nicht in unserer Nähe haben, können wir über Wissensbücher oder Computer kennen lernen. Der Kontakt zu Bauernhoftieren oder wilden Tieren im Zoo entsteht bei Besuchen, wobei die Kinder über die Vielfalt und Schönheit staunen und sich eine Meinung über die Haltung bilden können. Verantwortung für die Pflege von Tieren zu übernehmen ist in unserem Haus bei der Fischfütterung und Mäusefürsorge möglich.
Zur Lebenswelt unserer Kinder gehören auch das Schiffshebewerk und der Elbe-Seiten-Kanal. Ausflüge dorthin reizen zum Fragen stellen. Wo beginnt der Kanal und wo endet er, wie schwer ist so eine Ladung oder was kann alles per Schiff transportiert werden. Auch das weitere Umfeld wird erkundet; es gibt zwei Kirchen, ein Krankenhaus mit Altenpflegestation, die Bücherei, Schulen, einen Tischler, eine Bäckerei...Unendlich viele Fragen sind damit verbunden und alle Sinne werden geschult.
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8.9 Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz
Schon von klein auf spüren Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Verlassenheit, Vertrauen und Angst. Dies sind existenzielle Erfahrungen, die alle Menschen in ihrem Leben machen und die von kleinen Kindern intensiv erlebt werden.
In unserer Kita sollen die Kinder vorrangig positive Grunderfahrungen machen; Geborgenheit, Vertrauen und Angenommen sein, sowie auch Stolz und Freude sind die wichtigsten. Sie sind eine wertvolle Basis, um den Spannungen in der Welt gewachsen zu sein, aber auch um mit biographischen Brüchen und Krisen umgehen zu können. Die Kinder brauchen eine stabile und sichere Bindung. Alle MitarbeiterInnen nehmen ihre Verantwortung wahr, den Kindern eine gute Begleitung zu sein. Sie stellen sich den Warum- und Woher-Fragen und begeben sich mit dem Kind auf die Suche nach Antworten. Neben dem Philosophieren erzählen sie von sich und ihrer Kindheit, von Familie und religiöser Tradition, so dass die Kinder Einblick in verschiedene Welten, religiöse Themen und ethische Ansichten bekommen.
Die Kinder lernen Werte kennen; sie erfahren Toleranz, Solidarität mit anderen, die Achtung vor der Um- und Mitwelt und den Mitmenschen hautnah. Dies geschieht im Miteinander, durch das Vorbild der Erwachsenen und durch gelebte Demokratie in der Kita.

„Es ist ungeheuer wichtig, unter Kindern und Jugendlichen eine Kultur der Demokratie und Menschenrechte zu fördern, denn Einstellungen und Verhaltensweisen werden schon früh geprägt und können entscheidenden Einfluss darauf haben, wie sie sich später in öffentliche Angelegenheiten einmischen."
Schlussfolgerungen des Forums für die Zukunft der Demokratie, Juni 2007
(Compasito, Handbuch zur Menschenrechtsbildung mit Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, November 2009, Seite 234)

Zur Tradition und Geschichte unseres Landes gehören christliche Inhalte. Inzwischen sind Kindertageseinrichtungen jedoch Orte, in denen sich Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion begegnen und vielfältige Traditionen sichtbar werden. Offenheit für und Achtung vor anderen Kulturen und religiösen Bekenntnissen können hier von klein auf eingeübt werden.
Der Satz: „Es ist normal, verschieden zu sein", ist für uns eine Selbstverständlichkeit, auch im Umgang mit interkulturellen Familien.

„Bisher war es wichtig, dass jeder, der anders ist, die gleichen Rechte hat.
In Zukunft wird es wichtig sein, dass jeder das gleiche Recht hat anders zu sein."
(Frederik Willem de Klerk, geb. 1936, Friedensnobelpreisträger im Jahr 1993)
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9. Integration
„ Es ist normal, verschieden zu sein."
(Richard von Weizsäcker, geb. 1920, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland von 1984-1994)
Unsere Kita ist Integrationskindergarten für die Samtgemeinde Scharnebeck. Integration heißt für uns, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam zu leben, zu spielen und zu lernen.

„Der Begriff „Menschen mit Behinderung" kann sich auf viele verschiedene Dinge beziehen: Es gibt körperliche, geistige, sensorische oder psychosoziale, vorübergehende und dauerhafte Behinderungen und ihre Ursachen können durch Krankheit, durch Verletzung oder genetisch bedingt sein. Menschen mit Behinderungen haben dieselben Menschenrechte wie alle anderen Menschen. Doch aus vielen Gründen stoßen sie oft auf soziale, gesetzliche und praktische Barrieren, wenn sie ihre Menschenrechte auf Augenhöhe mit anderen in Anspruch nehmen wollen. Diese Gründe erwachsen normalerweise aus falscher Wahrnehmung und negativen Einstellungen gegenüber Behinderung an sich...."
(Compasito, Handbuch zur Menschenrechtsbildung mit Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, November 2009, Seite 246)
Alle Menschen haben das Recht auf Bildung (Art.26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte); dieses wollen wir auch Kindern mit Behinderungen ermöglichen (Art. 23 Kinderrechtskonvention).
In der Integrationsgruppe können insgesamt 18 Kinder aufgenommen werden. Da hier bis zu 4 Kinder mit Behinderungen betreut werden können (im Ausnahmefall auch mal 5), werden sie in dieser Gruppe von 3 ErzieherInnen begleitet; eine davon verfügt über die heilpädagogische Zusatzausbildung.
Durch das gemeinsame Leben in der Integrationsgruppe wird die Aufmerksamkeit füreinander geweckt, das Einfühlungsvermögen vertieft, sowie Akzeptanz und Toleranz aufgebaut. Somit ist diese Vielfalt eine Bereicherung für alle! Die Kinder lernen schon im frühen Alter, dass es normal ist, verschieden zu sein und üben einen ungezwungenen Umgang mit behinderten Menschen. Die Förderung jedes einzelnen Kindes setzt am Entwicklungsstand und seinen Interessen an und wird von uns im Kita-Alltag eingebettet oder findet in Kleingruppen statt. Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist die Entwicklungsbegleitung eines jeden Kindes. Wir bieten als Ort des individuellen Lernens allen Kindern, ein sinn-volles und differenziertes Angebot, unabhängig davon, ob eine Behinderung vorliegt oder nicht.
Austausch und Transparenz zwischen der Fachkraft, dem Team, Eltern, Therapeuten, Ärzten, Gesundheits- und Jugendamt und den Schulen ist die Voraussetzung für das Gelingen unserer Arbeit. Zu diesem Zweck bieten wir regelmäßig Gespräche am „Runden Tisch" an, an denen alle Personen teilnehmen, die an der Entwicklung des Kindes beteiligt sind. In einem solchen Gespräch werden gemeinsam neue Ziele erarbeitet und Ideen und Vorschläge für die weitere Förderung erörtert. Als Integrationskita besteht für Therapeuten die Möglichkeit, auch bei uns im Haus Therapie in Einzelsituationen oder Kleingruppen durchzuführen.
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9.1 Inklusion
"Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen,
die dem Leben seinen Wert geben."
(Wilhelm von Humboldt, Preußischer Gelehrter, 1767-1835)

Inklusion gründet auf
1. den Menschenrechten (die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde 1948   unterzeichnet)
2. den Kinderrechten (Am 26.01.1990 unterzeichnet Deutschland die Kinderrechtskonvention)
3. den Behindertenrechten (die Resolution vom Dez.2006 ist am 03.05.2008 in Deutschland in  Kraft getreten)
4. der Salamanca-Erklärung (Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft  und Kultur hat im spanischen Salamanca 1994 bei der Weltkonferenz "Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität" einen Aktionsrahmen zur Inklusion beschlossen.)

Die Umsetzung von Inklusion in Kindertagesstätten, auch hier in der Kita Scharnebeck, meint:

  • Partizipation (siehe Punkt II, 4.)

  • Gemeinsames Aufwachsen (von Kindern mit Behinderungen und ohne)

  • Respektiert werden (in seiner Persönlichkeit und mit seiner Herkunft; daher individuelle Behandlung eines jeden)

  • Migrationshintergrund (darf keine Nachteile haben)

und ist vor allem eine Veränderung der Haltung, daher grenzt sich Inklusion von der Integration ab.

Im Jahr 2011 ließ sich unsere Heilpädagogische Fachkraft zur "Fachkraft für inklusive Prozesse" ausbilden. Damit zog ein Thema in unsere Kita, welches hohes Interesse bei allen MitarbeiterInnen auslöste. Nachdem dann auch die stellvertretende Leitung mehrere Fortbildungseinheiten dazu besuchte, hat sich das Team entschlossen, unterstützt vom Träger, Kooperationspartner beim BNW (Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft) zu werden. Über längere Zeit haben wir uns in intensiven Workshops mit einer kompetenten Referentin hauptsächlich 3 Ebenen erschlossen, die unterteilt waren in verschiedene Themen.

1. Ebene: Die Bildungs- und Lerngeschichten (siehe Punkt III, 4.2)
Da neben dem Entwicklungsstand des Kindes es von hoher Bedeutung ist, auf der kindzentrierten Ebene die persönliche Entwicklung des Kindes zu erkennen, arbeiten wir mit den Bildungs- und Lerngeschichten. Basierend auf einer Beobachtungssequenz werden dem Kind wertneutrale Geschichten geschrieben, die 5 Lerndispositionen beinhalten. Es gibt hierbei keinerlei Verallgemeinerungen oder Pauschalisierungen. Auf die Beobachtung selber folgen die Auswertung und die Idee, welche nächsten Entwicklungsschritte (Zone der nächsten Entwicklung nach Lew Wygotski) die ErzieherIn dem Kind anbietet. Diese Dokumentation kommt in das Portfolio des Kindes.
Ein neues prozessorientiertes Dokumentationsinstrument haben wir in dieser Kooperation ebenfalls kennen gelernt: Das Stader BeMJEP - Begleitung der Mädchen und Jungen vom Elementar- in den Primarbereich (Ausführliche Erklärungen dazu sind zu finden unter www.nifbe.de). Zurzeit sind wir in der Erprobungsphase.
2. Ebene: Partizipation (siehe Punkt II, 4.)
Partizipation heißt Mitbestimmung, Teilhabe, Beteiligung. Alle Anwesenden haben die gleichen Rechte. Die ErzieherInnen brauchen für diese "wert!volle" Arbeit eine genaue Vorbereitung. Sie müssen mit einfachen, kindgerechten Inhalten Mitbestimmung einführen und den Kindern genau zuhören. Auch müssen sie dafür sorgen, dass alle Kinder zu Wort kommen. Das alles ist ein langer gemeinsamer Prozess, der die "Frage der Macht" aufkommen lässt. Wie viel Bestimmung kann eine ErzieherIn abgeben, wie viel Mitbstimmung zulassen? Eine beständige Aufgabe, die immer wieder reflektiert werden muss.
3. Ebene: Der Anti-Bias-Ansatz
Der Anti-Bias-Ansatz heißt übersetzt "Ansatz gegen Einseitigkeit" und meint die Haltung, dem anderen vorurteilsbewusst zu begegnen. Dabei ist es uns wichtig, sich seiner selbst gewahr zu werden, damit wir jedem Kind und jedem Erwachsenen gegenüber möglichst vorurteilsbewusst agieren können, denn - kein Mensch ist vorurteilsfrei.
Themen, die wir auf dieser Ebene behandelt haben, waren:

  • Wie bin ich/sind wir und wie sind "die Anderen"?

  • Etikettierungen: Was schreibe ich dem/der aufgrund z.B. der Hautfarbe, Sprache, Kultur, Herkunft, etc. zu? In welche "Schublade" also stecke ich einen Menschen? Und wie kann ich das verhindern?

  • Was brauchen Kinder überhaupt, um stabile Wurzeln zu bekommen und damit ihnen Flügel wachsen können (und zwar alle, ganz gleich welcher Ethnie oder Kultur oder Familienkultur sie angehören)?

  • Ein bewusstes Beschreiben einer Situation statt Zuschreiben (siehe Lerngeschichten)   

also kritisches Denken über Vorurteile, Einseitigkeit und Diskriminierung, denn          "Kein Mensch passt in eine Schublade."

Wir arbeiten an einer vorurteilsbewussten Haltung, indem wir...
- versuchen, eine Sprache als Team zu entwickeln als eine Form aktiver Einmischung.
- hinterfragen, welcher Bezugsgruppe jeder einzelne von uns eigentlich angehört. In welchen Familienkonstellationen leben wir, in welchen Vereinen bewegen wir uns, womit gestalten wir unsere Freizeit, usw.?
- etwas über die Familien und Kinder kennen lernen wollen, die zu uns in die Kita kommen. Sie haben unterschiedliche Familienkulturen und eigene Vorstellungen z.B. zur Kindererziehung oder religiösen Wertvorstellungen.

Letztlich fordert uns der Anti-Bias-Ansatz heraus, uns als Team/Menschen so zu entwickeln, dass wir Respekt und Empathie empfinden für die Vielfalt, mit der unsere Gäste uns hier in der Kita begegnen (Diversity).

Mit diesen neuen Kenntnissen haben wir z.B. Anmeldebögen in Deutsch/Türkisch und Deutsch/Russisch verfasst und gezielt Bilderbücher erworben. Wir können das Wort "Schatzsuche statt Fehlersuche" als Leitsatz für unsere neuen Erkenntnisse verwenden und übertragen diese Haltung auf alle Gruppen unseres Hauses.

"Eine humane Bildungspraxis selektiert nicht. Sie geht von der Gleichwürdigkeit aller Menschen aus und nimmt auf die Vielfalt von individuellen Lebensformen, Interessen, Begabungen und kulturellen Prägungen Rücksicht."

(Julian Nida-Rümelin, deutscher Philosoph: Philosophie einer humanen Bildung, Körber-Stiftung, Hamburg, 2013)
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10. Der Übergang zur Schule - Das Brückenjahr

 

Ein wesentlicher Bestandteil des Niedersächsischen Orientierungsplans ist die Gestaltung des Übergangs (Transition) von der Kita in die Grundschule. Wir haben ein Modell entwickelt, das die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule in Scharnebeck regelt. In einem gemeinsamen Arbeitskreis wurden inhaltliche Absprachen hinsichtlich der Förderung der Kinder in den Bereichen: Körper-Gesundheit-Bewegung, Kommunikation, soziale und kulturelle Umwelt, mathematisch-naturwissenschaftliche Grunderfahrungen, musische Grunderfahrungen und bildnerisches Gestalten getroffen. Seit August 2006 gibt es ein gemeinsames Konzept der Kindergärten, die mit der Grundschule kooperieren. Dieser Austausch heißt für uns: Die Kita und die Grundschule werden als gleichberechtigte Bildungseinrichtungen wahrgenommen. Um den Übergang der Kinder von der Kita in die Schule noch zu verbessern und allen Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, haben wir von 2007 bis 2011 an dem Projekt des Landes Niedersachsen „Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zur Grundschule" teilgenommen und führen es jetzt fort. Mit dem Einverständnis der Eltern, die sich ja die Schulbereitschaft für ihre Kinder wünschen, tauschen sich LehrerInnen und ErzieherInnen über den Entwicklungsstand der Kinder, deren Methoden und Arbeitsweisen, äußeren Rahmenbedingungen und weiteren Themen aus. Die Kinder bei der Erlangung der Kompetenzen zu unterstützen ist sowohl Kitaangelegenheit wie auch Elternaufgabe.

Ca. 1,5 Jahre vor der Einschulung wird ein Zeitplan von den kooperierenden Einrichtungen, der sogenannte „Kooperationskalender" erstellt.  Die Eltern werden von den ErzieherInnen und LehrerInnen über das Sprachfeststellungsverfahren informiert und im Herbst vor der Einschulung zu einem Elternabend eingeladen, auf dem es Informationen zum Schuleintritt, zum Konzept und über die Anforderungen, die auf die Kinder zukommen, gibt. Am Ende des Abends wird den Eltern der Kooperationskalender ausgehändigt; so können sie erkennen, welche Aktivitäten in welchem Monat für die „Schlaubären" stattfinden. Folgendes findet in dieser Reihenfolge statt:
-Erkundungsnachmittag in der leeren Schule
-Mathematikprojekt - Zahlentage mit den ersten Klassen
-Kunstprojekt - Sternentage mit den Paten der 2. Klassen
-Schulrallye am Vormittag
-Sportprojekt mit den 1. Klassen
-Besuchstag der 1. Klassen in der Kita
-Schulärztliche Untersuchung voraussichtlich im April
-Leseprojekt mit den 2. Klassen
-Elternabend zur Einschulung in der Schule ca. Mai/Juni
Unsere Einrichtung stellt eine MitarbeiterIn als Kooperationsbeauftragte für das Brückenjahr zur Verfügung.
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11. Kindeswohl - Kindeswohlgefährdung
Kindeswohl
Da es keine konkrete gesetzlich verankerte Definition davon gibt, was das Kindeswohl beinhaltet (unbestimmter Rechtsbegriff), soll an dieser Stelle versucht werden, die elementaren Bedürfnisse der Kinder zu benennen.

„ Ganz am Anfang ihres Lebens, also auch schon im Mutterleib, machen Kinder zwei ganz wichtige Erfahrungen, die sehr tief in ihrem Gehirn verankert bleiben: Die eine besteht darin, dass sie wachsen und dabei ihre Potentiale Schritt für Schritt entfalten, die andere ist die Erfahrung engster Verbundenheit und Geborgenheit. Aus diesen beiden Grunderfahrungen entstehen die zwei großen Erwartungshaltungen, mit denen jedes Kind auf die Welt kommt und seinen Weg im Leben zu gehen versucht: Jedes Kind - und auch noch jeder Erwachsene - möchte im Grunde seines Herzens mit den Menschen und der Welt verbunden bleiben, dazugehören, gemocht und anerkannt werden.
Das ist das eine Grundbedürfnis, das jedes Kind hat, und das wie eine tiefe Sehnsucht nach Nähe und Verbundenheit seine Versuche, sich in der Welt zurechtzufinden, bestimmt. Und das andere Grundbedürfnis, das aus der Erfahrung des eigenen Wachsens und Über-sich-Hinauswachsens entsteht, ist das Bedürfnis nach eigener Entfaltung, Weiterentwicklung, Autonomie und Freiheit."
(Prof. Dr. Gerald Hüther und Inge Michels, Gehirnforschung für Kinder, Kösel-Verlag, München, 2. Auflage 2010, Seite 51)

Das heißt für uns: Lernerfahrungen kann das Kind nur machen, wenn es sich emotional sicher fühlt. Es braucht die sichere Bindung an die Eltern und BezugserzieherInnen. Für uns ist das die Verpflichtung, dem Kind während seiner Betreuungszeit in der Kita, diese Sicherheit zu geben. Das beinhaltet neben dem seelischen Wohl auch das geistige und leibliche Wohl sicher zu stellen. Der Träger gewährleistet, dass die räumliche Ausstattung, und dazu gehört auch das Außengelände, keine Mängel aufweist und somit Risiken für das Kind ausgeschlossen werden. Weiterhin müssen bei der Essenszubereitung die Hygienevorschriften eingehalten werden. Das Personal gewährleistet indes, gewissenhaft seine pädagogischen Arbeitsaufträge auszuführen. Wir orientieren uns an dem Grundgesetz und der UN-Kinderrechtskonvention.

„Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine individuelle, personale und soziale Entwicklung; das heißt, sie haben das Recht zu wachsen, zu lernen und zu gedeihen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und sich damit zu emotional stabilen, eigenständigen, einfühlsamen und sozial verantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln."
(Vgl. Art.2 Abs.1 in Verbindung mit Art.1 Abs.1 GG und die UN-Kinderrechtskonvention Art.6 und weitere)

„Der amerikanische Kinderarzt T. B. Brazelton und der Kinderpsychiater S. I. Greenspan definieren in ihrer Auflistung die folgenden sieben Grundbedürfnisse (Basic Needs) von Kindern (vgl. Brazelton/Greenspan, 2002):
(1) Bedürfnis nach beständigen liebevollen Beziehungen, (2) Bedürfnis nach körperlicher Unversehrtheit und Sicherheit, (3) Bedürfnis nach individuellen Erfahrungen, (4) Bedürfnis nach entwicklungsgerechten Erfahrungen, (5) Bedürfnis nach Grenzen und Strukturen, (6) Bedürfnis nach stabilen und unter-stützenden Gemeinschaften, (7) Bedürfnis nach einer sicheren Zukunft für die Menschheit.

Jörg Maywald schlägt vor diesem Hintergrund folgende Arbeitsdefinition vor:

Ein am Wohl des Kindes ausgerichtetes Handeln ist dasjenige, welches die an den Grundrechten und Grundbedürfnissen von Kindern orientierte, für das Kind jeweils günstigste Handlungsalternative wählt."
(IzKK-Nachrichten, 2009, Heft 1, Jörg Maywald, UN-Kinderrechtskonvention - Impulse für den Kinderschutz, Deutsches Jugendinstitut, München, Seite 19)

Kindeswohlgefährdung
Seit dem 1. Oktober 2005 sind wir dem § 8a SGB VIII verpflichtet (Paragraf 8a im Anhang). Schon immer war die Kita ein Ort, dem das Wohlergehen des Kindes wichtig ist. Mitunter aber nehmen MitarbeiterInnen Anzeichen wahr, dass es einem Kind nicht gut geht und seine elementaren Bedürfnisse nicht gestillt werden. Wir haben dann die Aufgabe, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und, da wir in der Erziehungspartnerschaft arbeiten, mit ihnen zu überlegen, was dem Kind fehlen könnte und wie dieses Bedürfnis gestillt werden könnte. Wenn wir auf diese Weise dem Kind nicht erfolgreich helfen können, steht unserem Haus eine Kinderschutzfachkraft, eine sogenannte Fachkraft gemäß § 8a SGB VIII, zur Verfügung. Sie leitet dann eine kollegiale Beratung ein und berät ihre KollegInnen. Nach einem weiteren Gespräch mit den Personensorgeberechtigten, in dem noch einmal alle Hilfemöglichkeiten erörtert werden, wird geprüft, ob nun erfolgreich die Gefährdung für das Kind abgewendet werden kann. Sollte dieses nicht der Fall sein, stellt der Landkreis eine externe Fachkraft gemäß § 8a SGB VIII zur Verfügung. Die Eltern werden darüber informiert, dass wir auf diese Weise Hilfe für ihr Kind suchen oder wir anonymisieren den Fall. Nur für den Fall, dass eine direkte Gefahr für Leib und Leben des Kindes besteht, wenden wir uns an das Jugendamt zur sofortigen Abwendung.  Da die Eltern die Elterliche Sorge für ihr Kind haben (§ 1626 BGB), hat die Kindertageseinrichtung die Verpflichtung, die Personensorgeberechtigten über jede Maßnahme zu informieren. Derlei Gespräche werden protokolliert und stehen unter Datenschutz.
Um die Kinder nicht durch die digitalen Medien zu gefährden, haben wir beschlossen, Nacktfotos zu vermeiden.
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12. Der Tagesablauf
Ab 7:00 Uhr Frühdienst
Ab 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr Eintreffen der Kinder. In dieser Phase ist Freispielzeit. Wir begrüßen uns per Handschlag und schauen uns dabei an. Auf diese Weise wird jeder persönlich wahrgenommen.
Um 9:00 Uhr ist in allen Gruppen Morgenkreis. An jedem Montag findet in der Bewegungshalle ein großer Singekreis mit allen Gruppen statt; anschließend ist Morgenkreis in der Gruppe.
Im Morgenkreis begrüßen wir uns noch einmal im Gruppenverbund und nehmen wahr, wer an diesem Tage fehlt. Wenn die Kinder Erlebnisse des Vortages oder vorherigen Wochenendes erzählen wollen, ist hier die Gelegenheit dazu. Es finden Besprechungen und gelenkte Tätigkeiten statt. Das können z.B. Kreisspiele, Lieder, Fingerspiele, u.a. sein. Hier wird auch über Projekte diskutiert und über deren Verlauf gesprochen. Dabei haben die Kinder die Gelegenheit, sich und ihre Ideen einzubringen. Am Turntag wird hier die Gruppenaufteilung vorgenommen. Sobald der Morgenkreis beendet ist, können die Kinder in die Cafeteria zum Frühstück gehen. Sollte dort kein Platz mehr sein, lernen sie zu warten, bis einer frei wird und können solange im Gruppenzimmer spielen. Es ist aber auch möglich, gleich nach der Ankunft zu frühstücken, sofern die Kinder dann Hunger haben. Nach dem Essen stellen die Kinder ihr Geschirr in die Spülmaschine und putzen ihre Zähne.
Ab ca. 10:00 Uhr ist Zeit für Projekterarbeitung und Angebote oder aber auch Freispielzeit im Gruppenzimmer oder einem gewählten Raum oder auf dem Spielplatz. In diese Zeit fallen auch die Sprachförderprogramme der Grundschule.
Die Kinder der Halbtagsgruppe werden von 11:45 - 12:00 Uhr abgeholt, die Spätdienstkinder bis 12:30 Uhr.
Die Krippenkinder essen schon um 11:15 Uhr zu Mittag und halten dann ihren Mittagsschlaf.
Die Mittagskinder der Ganztagsgruppe, der Integrationsgruppe und der Dreiviertelgruppe essen um 12:30 Uhr. Die Kinder helfen beim Tisch decken und fangen gemeinsam nach einem Tischspruch zu essen an. Bei Bedarf können auch Kinder nach dem Essen und Zähne putzen einen Mittagsschlaf halten.
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12.1 Rituale 
Nach der Eingewöhnungszeit betreten die Kinder die Kindertagesstätte und wissen, was sie dort erwartet. Sie kennen die ErzieherInnen und ihren Gruppenraum und haben erste Kontakte mit den anderen Kindern aufgenommen. In eine vertraute Atmosphäre zu kommen, gibt ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Es werden mit den Kindern gemeinsam, z.B. in einer Kinderkonferenz, Regeln und Rituale entwickelt, die dem täglichen Miteinander einen Rahmen geben. Dazu gehört das morgendliche Begrüßungsritual, der Tagesablauf, das Benutzen von Toiletten, Zahnbürsten, Handtüchern oder auch das Abmelden, wenn jemand in einen anderen Raum möchte. So entwickeln die Kinder über die Tagesstruktur ein Zeitgefühl und fühlen sich zugehörig, denn auch sie haben einen festen Platz in der Gruppe.
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12.2 Ernährung
Die Kinder bringen ihr Frühstück von Zuhause mit. Wir wünschen uns gemäß der Ernährungspyramide gesunde Kost, das können belegte Brote, Gemüse und Obst aller Art, aber auch Müsliprodukte sein. Süßigkeiten nehmen die Kinder wieder mit nach Hause zurück. In Ausnahmefällen, wie z.B. einem Kindergeburtstag oder einem besonderen Fest, gibt es auch in unserer Einrichtung Süßigkeiten. Wir möchten dieses bewusst begrenzen, aber auch nicht ganz ausschließen, sodass ein Umgang damit erlernt werden kann. Getränke stellt die Einrichtung bereit.
Das Mittagessen wird geliefert. Unsere hauswirtschaftliche Kraft bereitet zusätzlich Kartoffeln, Reis, Nudeln, Salate, Obstteller oder andere Nachspeisen zu. So oft wie möglich erhalten die Kinder ein vegetarisches oder vollwertiges Essen, das auch mit Bioprodukten hergestellt wird.

(Grafik nach: www.guardpost.info/wp-content/uploads/Ernährungs_Pyramide.jpg)

Gesunde Ernährung für Kinder folgt im Wesentlichen drei Regeln:
1. Reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke
2. Mäßig tierische Lebensmittel
3. Sparsam fettreiche Lebensmittel und Süßwaren.
Damit auch die Zähne gesund bleiben, putzen die Kinder diese nach dem Essen. Zudem kommt 1x jährlich eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes Lüneburg zur Zahnprophylaxe in unsere Einrichtung, sowie ebenfalls einmal im Jahr der Zahnarzt. Zu dieser Untersuchung geben die Eltern ihre Einwilligung.
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13. Qualitätssicherung - Der Nationale Kriterienkatalog
§ 11, Abs.1 KiTaG besagt, dass die Träger von Kindertageseinrichtungen für eine fachliche Beratung ihrer MitarbeiterInnen sorgen. Soweit dies nicht durch den Träger oder durch einen Verband , dem der Träger angehört, gewährleistet ist, obliegt die Aufgabe den Jugendämtern.
Der Landkreis Lüneburg hat mit den örtlichen Trägern der Kitas einen Vertrag abgeschlossen, der versichert, dass die Einrichtungen des Landkreises einer Qualitätsüberprüfung und -sicherung nachkommen. Das Jugendamt Lüneburg stellt den Kitaleitungen eine Fachkraft zur Verfügung, die die Qualitätszirkel koordiniert und berät. Gemeinsam wurde beschlossen, sich an dem Konzept von Wolfgang Tietze „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder" zu orientieren. Die Qualitätsentwicklung ist prozessorientiert und spiegelt die dynamischen Aspekte des Kitaalltags wider. Hiermit ist der professionelle Umgang der Fachkräfte mit den alltäglichen Situationen in der Kita gemeint, z.B. Interaktionen mit Kindern und Eltern, Bereitstellung von Material oder Planung von Bildungsinhalten und -angeboten. Herr Tietze et al. haben ein Buch mit Checklisten entwickelt, an denen wir überprüfen können, wie unser derzeitiger Stand ist. Weiterhin haben sie den „Nationalen Kriterienkatalog" (NKK) herausgebracht, der die beste Fachpraxis beschreibt. Auf diese Weise sollen, „die Interessen, Bedürfnisse und Sichtweisen der Kinder und Familien ins Zentrum gestellt werden, wie es der gesetzliche Auftrag der Kindertageseinrichtungen (KJHG) nahelegt. Der NKK beschreibt deshalb eine Fachpraxis, die das körperliche, emotionale, soziale und intellektuelle Wohlbefinden der Kinder sichert, die Entwicklung von Kindern anregt und fördert und geeignet ist, Familien in ihrer Betreuungs- und Erziehungsaufgabe im Rahmen einer Erziehungspartnerschaft zu unterstützen."
(Wolfgang Tietze et al., Pädagogische Qualität  entwickeln, Cornelson Verlag Scriptor & Co. KG, Berlin-Düsseldorf-Mannheim, 2. Auflage 2007, Seite 13)
In einem „Leitfaden für die interne Qualitätsentwicklung" wird die praktische Vorgehensweise Schritt für Schritt beschrieben und mit Beispielen verdeutlicht. Ausgehend von dem „Sieben-Schritte-Verfahren" können alle 21 Qualitätsbereiche nach dem gleichen Verfahren erarbeitet werden.
Die sieben aufeinander folgenden Arbeitsschritte:
1. Situationsanalyse
2. Qualitätsprofil der Einrichtung
3. Fachliche Orientierung
4. Diskussion von Veränderungszielen
5. Zielvereinbarungen
6. Planung von Umsetzungsschritten
7. Ergebnissicherung

Das Qualitätsmanagement „Päd-Quis" ist besonders dann erfolgreich, wenn es nicht als punktuelle, sondern als andauernde Aufgabe für das gesamte Team verstanden wird und der Träger dies unterstützt. Wir erarbeiten die 21 Qualitätsbereiche und beziehen Kinder, Eltern und Träger mit ein.
Für unsere qualitative Weiterentwicklung ist auch Vernetzung auf verschiedenen Ebenen wichtig. Die Leitung unseres Hauses nimmt an Treffen aller Leitungskräfte der Samtgemeinde teil, ebenso am großen Leitungstreffen des Westkreises. Die stellvertretende Leitung besucht die Leitungstreffen des Ostkreises und ist Mitglied in der Sozialraumkonferenz. Weiterhin beteiligen sich MitarbeiterInnen der Krippe am Krippenkreis aus dem gesamten Landkreis, sowie KollegInnen aus der Integrationsgruppe am Integrationskreis und 2 KollegInnen nehmen regelmäßig am Erziehertreffen teil. Neueste Entwicklungen werden auf diese Weise schnell bekannt und können erörtert und genutzt werden.
Durch die finanziellen Zuwendungen des Trägers an Fortbildungen haben wir die Möglichkeit, uns aktuellen Erfordernissen immer zeitnah zu stellen und uns weiter zu entwickeln. Die Methoden der Umsetzung werden z.B. an den 2 Studientagen, die uns der Träger zur Verfügung stellt, beraten oder mit einem Referenten erörtert.
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III. Elternarbeit

1.  Das Aufnahmegespräch
Den ersten Kontakt nehmen Eltern oder Personensorgeberechtigte üblicherweise mit der Leitung des Hauses auf. Diese erklärt bereitwillig die Rahmenbedingungen, zeigt die Einrichtung, erläutert dabei den Tagesablauf und weist auf die pädagogische Konzeption hin. Sie geht auf die Fragen der Eltern ein und vermittelt ihnen so ein Gefühl von Sicherheit, denn Eltern brauchen die Gewissheit, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
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1.1 Hospitationen und Schnuppertage
Wenn sich die Personensorgeberechtigten für unser Haus entscheiden und die Gemeinde ihnen eine Platzzusage sendet, können sie mit den ErzieherInnen der künftigen Gruppe ihres Kindes einen Termin vereinbaren, an dem das Kind und die Eltern hospitieren. Die Eltern gewinnen einen ersten Eindruck, wie der Kitaalltag verläuft und das Kind kann im sicheren Beisein der Eltern
erste Kontaktversuche mit den Menschen der Gruppe starten. Hier ist auch die Basis für das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Personal angesiedelt. Desweiteren händigt das Personal den Eltern die Erlaubnis zur Medikamentenvergabe, das Infektionsschutzgesetz, das Kita-ABC und die Kinderkartei aus. In die Kinderkartei werden persönliche Daten der Eltern, sowie Ermächtigungen z.B. Erlaubnis zum Fotografieren, Dokumentieren oder der Austausch mit der Grundschule eingetragen. Es können weitere Schnuppertage für das Kind vereinbart werden.
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2. Datenschutz
Alle MitarbeiterInnen, sowie PraktikantInnen, die Mitglieder des Elternbeirates und die Elternvertreter sind an den Datenschutz gebunden (§62 SGB VIII).
Sozialdaten werden bei den Personensorgeberechtigten/Eltern nach 3 Kriterien erhoben:

1. Nach dem Erforderlichkeitsgrundsatz (sie dienen nur zur Erfüllung bestimmter Aufgaben)
2. Nach dem Zweckbindungsprinzip (sie werden nur zu dem verwendet, wozu die Daten erhoben worden sind)
3. Nach dem Transparenzgebot (für die Betroffenen ist ersichtlich, wozu die Daten gebraucht werden)
Da wir also nicht ohne die Zustimmung der Eltern berechtigt sind, z.B. die Adresse oder Informationen an die Grundschule weiterzugeben, haben wir der Kinderkartei eine Anlage mit Einverständniserklärungen beigefügt. Selbstverständlich respektieren wir Verweigerungen der Einverständniserklärung. Und natürlich beachten wir, mündlich Anvertrautes diskret zu behandeln.
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3. Informationen
Die Eltern haben die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Kita sowohl an der Gruppenpinnwand, an der Elternpinnwand im Eingangsbereich und natürlich bei den Betreuungskräften ihres Kindes zu informieren. Die Gruppenpinnwand informiert z.B. über ein neues Projekt, wer Elternvertreter geworden ist, wann der Turntag stattfindet, wie ein Ausflug organisiert wird, usw. Dienlich ist hier auch der digitale Bilderrahmen, auf dem Fotos von Ausflügen, Projekten oder dem Tagesgeschehen zu sehen sind. Ebenso werden Elternbriefe am Garderobenplatz des Kindes befestigt und können mitgenommen werden. Es ist sinnvoll, eigens eine Mappe für diese Informationen anzulegen.
Die Elternpinnwand im Eingangsbereich bietet Platz für Informationen, die grundsätzlich für alle Eltern gelten, z. B. Jahrestermine; in der Sparte „Eltern für Eltern" können eigene Anliegen der Eltern formuliert werden.
Informationen können selbstverständlich auch bei den ErzieherInnen der Kinder eingeholt werden. Sollte allerdings ein längeres Gespräch geplant werden, bitten wir um Terminabsprache, da es sonst u.U. schwierig wird, die Aufsichtspflicht zu gewährleisten oder den Anforderungen des Tages gerecht zu werden.
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4. Beobachtung und Dokumentation
Die Grundlage pädagogischen Handelns ist genaues Beobachten und Wahrnehmen des einzelnen Kindes, sowie auch der Gruppe, um dort ansetzen zu können, wo Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder liegen. Gleichzeitig dokumentieren wir die Entwicklung des einzelnen Kindes und auch die Entwicklung von Gruppen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Arbeitsgrundlage für die weitere pädagogische Arbeit und dienen als Grundlage für qualifizierte Elterngespräche. Allerdings hat jeder Beobachter, also schon die beiden Fachkräfte der Gruppe, unterschiedliche Wahrnehmungsmuster. Und ebenso haben natürlich auch die Eltern eines Kindes ihre eigene Wahrnehmung des Verhaltens. Das bedeutet, die Wahrnehmung einer Beobachtung ist immer subjektiv und individuell. Daher bemühen wir uns, in einem Elterngespräch alle Perspektiven zu berücksichtigen, die Handlungen des Kindes klar zu beschreiben und den Blick auf die Ressourcen und Potentiale des Kindes zu lenken. Was macht ihm Freude, was stärkt seine Kompetenzen? Was genau hat es wann getan?
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4.1 Das Portfolio
Für jedes Kind wird ein Portfolio angelegt, in dem die Entwicklung des Kindes während seiner Kitazeit dokumentiert wird. Diese Methode gibt auch den Kindern selbst eine wichtige Rückmeldung, es stärkt ihr Selbstwertgefühl und gibt ihnen die Möglichkeit, ihr Denken und Handeln mithilfe der Lerngeschichten in den Portfolios zu reflektieren.
Das Portfolio ist eine Mappe, die für die Kinder zugänglich im Regal steht. Die Kinder entscheiden selbst über ihre Mappe, z. B. darüber, wer sie einsehen darf. Sie gestalten die Mappe aktiv allein, mit den ErzieherInnen oder nach Wunsch auch mit den Eltern. Mit Hilfe von Fotos, Zeichnungen, Texten zur Sprachentwicklung oder der körperlichen Entwicklung wird ein bleibendes Dokument für das Kind geschaffen.
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4.2 Lerngeschichten
Um die positive Entwicklung eines Kindes zu beschreiben, werden Lerngeschichten geschrieben und mit in das Portfolio eingeheftet. Dabei wird in Beobachtungssituationen darauf geachtet,

  • welche Interessen ein Kind mit seiner Tätigkeit verfolgt.

  • mit welcher Ausdauer und Intensität das Kind seiner Beschäftigung nachgeht.

  • welche neuen Erfahrungen das Kind macht.

  • wie weit das Kind seine Gefühle und Ideen in die Situation mit einbringt.

  • ob das Kind sich allein oder mit anderen auf den Weg macht, etwas in eigener Verantwortung zu unternehmen.

(siehe Punkt II, 6. Der Situationsansatz - Lernmethodische Kompetenzen)
„Als Lerngeschichten werden diese Sequenzen bezeichnet, weil damit die Bedeutsamkeit in den Vordergrund gerückt wird, die der Vorgang für die Beteiligten hat. Es geht nicht einfach darum, die Chronologie der Ereignisse festzuhalten. Vielmehr sind der Kontext der Aktivität und die emotionale Bedeutsamkeit zu berücksichtigen, die das Tun für das Kind - so weit wahrnehmbar - hat. Es geht um die Verknüpfung von Neuem mit Bekanntem, von Eigenem mit Fremdem. Es geht darum, über die Beschreibung von äußerlichen Beobachtungen von Fakten zur Bedeutsamkeit vorzudringen, welche die Handlung für das Kind und für seine Form der Weltaneignung hat. Es geht darum, welche Arten von Lerndispositionen, aber auch, welche Fähigkeiten und Kenntnisse dabei zum Tragen kommen und wie diese verstärkt oder modifiziert werden. Es geht um die Geschichte vom Kind als aktivem Lerner."
( Deutsches Jugendinstitut, Projektzeitung Bildungs- und Lerngeschichten, Heft 1, Mai 2005, Seite 8)

Ein Beispiel aus dem Kitaalltag:
Ein Kind holt sich ein Puzzle. Es verteilt die Teile durcheinander auf dem Tisch.
Nun kann es
1. sich den Deckel des Puzzles als Orientierungshilfe hinstellen und nach diesem Bild sein Puzzle legen.
2. sich den Rahmen des Puzzles mit den geraden Seiten zuerst legen und dann das Innenleben füllen.
3. sich immer 2, 3, 4, usw. passende Puzzleteile suchen und zusammenfügen.
4. sich passende Teile zusammenfügen, die es zufällig wahrnimmt. So entstehen größere Einzelteile, die es dann wiederum zusammenlegt.
5. probieren, ob ein Teil an ein anderes passt.
Jede Art und Weise ist richtig und es ist der Weg des individuellen Kindes und des individuellen Lernweges. Die ErzieherIn kann nun beobachten, welche Technik das Kind anwendet. Holt es sich jemand zur Hilfe, arbeitet es ausdauernd, zeigt es voll Stolz einem anderen Kind oder Erwachsenen, wie weit es gekommen ist und freut sich darüber, bekommt das fertige Puzzle einen besonderen Platz? Die ErzieherIn macht sich Notizen dazu und bespricht auch mit dem Kind seinen Weg; und wenn die Lerngeschichte fertig geschrieben ist, darf es diese ganz allein in sein Portfolio heften. Auch hierfür setzen wir gerne die Digitalkamera ein, das hat einen besonderen Erinnerungseffekt.
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4.3 Entwicklungsdokumentation „Wachsen und Reifen"
Es gibt viele und sehr unterschiedliche Entwicklungsdokumentationen, die das Heranreifen eines Kindes in verschiedene Kompetenzbereiche einteilen. Manchmal wird gekennzeichnet, was ein Kind schon kann, manchmal, wo noch Defizite sind. In unserer Einrichtung liegt in jeder Gruppe die Entwicklungsdokumentation „Wachsen und Reifen", Herausgeberin: Stadt Wolfsburg, vor. Unsere Entscheidung für diese Dokumentation liegt darin begründet, dass

  • sie sich am Niedersächsischen Orientierungsplan angliedert.

  • sie Krippen- und Kindergartenzeit umfasst.

  • die Entwicklungsschritte sehr positiv benannt werden.

  • keine Zeitangaben an die einzelnen Entwicklungsschritte gebunden sind.

Das heißt für uns, jedes Kind hat die Möglichkeit, in seinem Tempo zu arbeiten.
Bei Elterngesprächen haben wir so ebenfalls die Möglichkeit, Fähigkeiten, die die Kinder zuhause gezeigt haben, mit aufzunehmen.
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4.4 Elterngespräche
Der intensive und regelmäßige Kontakt mit den Eltern ist uns ein wichtiges Anliegen, da wir uns in einer Erziehungspartnerschaft befinden. Wir verstehen uns als BegleiterInnen der Kinder und der Familien (§ 2, Abs.2 KiTaG) und wollen gemeinsam Vereinbarungen für das bestmögliche Aufwachsen der Kinder entwickeln. Der Dialog über das Kind und familiäre Situationen tragen zum Verständnis für das Verhalten eines Kindes bei. Wir freuen uns, wenn wir erfahren dürfen, in welche Kultur ein Kind hineingeboren wurde oder welche Gewohnheiten einer Familie wichtig sind. Wenn Eltern ihre Kinder - oft zum ersten Mal - bei uns in „fremde" Hände geben, haben sie die unterschiedlichsten Gefühle und Gedanken. Dabei geht es um Erwartungen an kompetente Betreuung und um beste Voraussetzungen für die Förderung ihres Kindes. Es ist wichtig, in Wechselwirkung zu treten und zu klären, was unsere Einrichtung leistet und wo Eltern die Entwicklung ihres Kindes unterstützen können. Wir bieten regelmäßig Elterngespräche an, in denen wir gemeinsam über die Entwicklung des Kindes sprechen. Ebenso wird in unregelmäßigen Abständen in Elternfragebögen evaluiert, wie hoch die Elternzufriedenheit ist und wo Verbesserungsbedarf besteht. Vielleicht haben auch Eltern besondere Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie mit einbringen möchten; wir nutzen diese Ressourcen gern und zeigen so den Kindern eine gelingende Zusammenarbeit.
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4.4.1 Tür- und Angelgespräche
Tür- und Angelgespräche bieten eine wunderbare Möglichkeit, sich mal eben kurz über Informationen auszutauschen. Vielleicht hat das Kind schlecht geträumt, die Katze ist krank oder die Familie fährt am Wochenende an die See. Zuhause sind Eltern die Profis. Braucht das Kind mal eine neue Zahnbürste oder ist der Reißverschluss der Jacke kaputt; auch Infos von ErzieherInnen an die Eltern werden so direkt weitergegeben. Hier sind wir die Profis. Wir sind an der Befindlichkeit der Kinder und der Familien interessiert und geben unsererseits gerne Auskunft, wie der Kitaalltag war. Für längere Gespräche vereinbaren wir allerdings eigene Termine.
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4.4.2 Das Beratungsgespräch
Bei Beratungsgesprächen ist es immer sinnvoll, einen geschützten Termin zu vereinbaren, bei dem nicht zufällig andere zuhören können. So ein Gespräch kann z. B. der „runde Tisch" aus der Integrationsgruppe sein, aber auch Gespräche bei Besonderheiten im Verhalten eines Kindes, vor der Einschulung, in Familienangelegenheiten oder Entwicklungsgespräche. Die Eltern haben die Möglichkeit, bekannt zu geben, mit wem sie gerne sprechen möchten. Auch diese Gespräche stehen selbstverständlich unter Datenschutz. Die Kita-MitarbeiterInnen respektieren die Sicht- und Handlungsweisen der Eltern und beraten sie nach bestem Wissen. Sollte es sich um Besonderheiten handeln, kann das Personal auch auf andere Fachinstanzen hinweisen; evtl. dort sogar Termine vereinbaren, wenn sich die Verständigung als schwierig erweist. Diese Gespräche können dokumentiert werden; beim Thema Kindeswohlgefährdung halten wir dieses für unsere Pflicht (siehe Punkt II, 11. Kindeswohlgefährdung).
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4.4.3 Konfliktgespräche
Bei schwierigen Themen ist es möglich, dass sich aus einem gut gemeinten Gespräch ein Konfliktgespräch ergibt. Dann ist es unser Ziel, dass jede Seite zu ihrem Recht kommt, ihre Sichtweise darstellen kann und dass man gemeinsam einen Kompromiss erarbeitet. Unsere Grundlage ist dabei das respektvolle Umgehen mit anderen Sichtweisen und die Bereitschaft, einen Kompromiss einzugehen. In erster Linie sprechen dann die Betroffenen miteinander; es ist zudem möglich, einen neutralen Betrachter mit hinzuzuziehen. Als Konsens können Vereinbarungen - auch schriftlich - getroffen werden, an denen sich die Gesprächspartner orientieren wollen. Das stellt auch eine Verbindlichkeit her und trägt zur Zufriedenheit bei.
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5. Elternabende
Wir bieten in unregelmäßigen Abständen Elternabende an. Am ersten Elternabend des Kitajahres wird ein Punkt aus dem pädagogischen Profil unseres Hauses vorgestellt. Die Eltern bekommen einen ersten Eindruck vom Gesamtpersonal des Hauses und erkennen u.U. bei den anderen Eltern Bekannte wieder. Anschließend findet gruppenintern ein Kennenlernen statt. Erste Kontakte zwischen Eltern sind möglich und wichtige Fragen werden ausgetauscht und beantwortet. Hier findet auch die Elternratswahl statt. Für jede Gruppe werden ein Elternratsgruppensprecher und ein Vertreter gewählt. Weitere Elternabende werden unterschiedlich thematisch behandelt; es ist möglich, dass ein Referent zu Gast ist oder ein gemütliches Beisammensein organisiert wird.
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5.1 Elternbeirat
Spätestens 6 Wochen nach dem ersten Elternabend und der Elternratswahl treffen sich in großer Runde alle Elternratsgruppensprecher und ihre Vertreter. Sie wählen aus ihrer Mitte einen Elternsprecher und Vertreter für den Beirat. Der Beirat setzt sich zusammen aus diesen beiden Elternvertretern sowie den Vertretern der Fach- und Betreuungskräfte und des Trägers, deren Zahl der Träger bestimmt. Wichtige Entscheidungen des Trägers und der Leitung erfolgen im Benehmen mit dem Beirat. (§ 10 KiTaG)
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5.2 Die Koop-Stelle
Unsere Kindertagesstätte hat einen Kooperationsausschuss zwischen Elternschaft und Personal eingerichtet. Aus dem gesamten Elternrat werden zwei VertreterInnen gewählt, die diese Aufgabe für die Elternschaft wahrnehmen - das müssen nicht die BeiratsvertreterInnen sein. Ebenso stellt die Einrichtung zwei PersonalvertreterInnen bereit. Der Ausschuss bildet den Schnittpunkt zwischen Kita-Team und Eltern. Hier können Fragen, Ideen, Pläne, Wünsche, usw. besprochen werden. Aufgrund der Konzeption bleibt zwar die pädagogische Arbeit weiterhin das Hoheitsgebiet der Kita, jedoch werden Gedanken und Wünsche der Eltern gerne aufgenommen und mit dem Personal an der Umsetzung gearbeitet. Zudem werden Feste gemeinsam organisiert.
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5.3 Feste
Feste finden entweder als großes Familienfest oder als Projektabschlussfest statt. Das große Sommerfest alle zwei Jahre beinhaltet auch gleichzeitig das Abschlussfest der künftigen Schulkinder. In jedem Jahr wird bei der Verabschiedung auf der Zuwegung zum Kitaeingang Spalier gestanden. Alle anderen Kinder singen den neuen Schulkindern ein Abschiedslied und in den Gruppen findet ein interner Abschied vom Kind und seinen Eltern statt.
Weitere Feste sind entweder den jahreszeitlichen Gebräuchen zugeordnet, wie z. B. Osterfest oder Adventsfeier oder sie werden gruppenintern geregelt, z. B. Großelternfest. Wenn wir ein Hausprojekt beendet haben, kann auch dieses mit einer Feier enden. Die Gestaltung der Bewegungsbaustelle mit dem anschließenden Einweihungsfest ist ein Beispiel dafür. An dieser Stelle ist ein idealer Einsatzort für die Koop-Stelle. Die Kenntnisse der Eltern und ihre Bereitschaft zu helfen, sind gewünscht und werden mit den Vorstellungen des Personals abgeglichen und koordiniert.
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6. Externe Zusammenarbeit
Manchmal stellt sich in einem Gespräch heraus, dass ein Kind weitere Unterstützung braucht. Diese kann von einer ErgotherapeutIn oder einer LogopädIn, einer FrühförderIn oder einer anderen Fachinstanz kommen. Mitunter ist es für externe Therapeuten wichtig, das Kind in seiner Kindergruppe zu erleben. Wir ermöglichen dieses gerne in dem Rahmen, der für uns machbar ist. Auch die Sprachförderkraft der Grundschule kommt in unser Haus und betreut hier im Personalzimmer die Kinder. Uns ist Austausch und Transparenz zwischen externen Fachkräften, den Eltern und unserem Team wichtig. Manchmal hat es eine enorme Bedeutung, in eine Richtung zu blicken und manchmal ergänzen sich die verschiedenen Blickwinkel, so dass ein Kind sich gut weiterentwickeln kann. Mit Zustimmung der Eltern werden auch Arztkontakte oder Kontakte zum Sprachheilkindergarten oder ähnlichen Einrichtungen wahrgenommen.
Ebenso kommen jährlich eine MitarbeiterIn des Gesundheitsamtes zur Zahnprophylaxe und auch ein Fotograf in unser Haus. Weitere Zusammenarbeit besteht mit dem Jugendamt, der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen oder mit Mitgliedern der Sozialkonferenz, die in Scharnebeck ca. 3x jährlich stattfindet.
Darin sind z. B. Vertreter der verschiedenen Schulformen oder andere Kitaleitungen aus der Samtgemeinde, sowie Vertreter der Polizei und der örtlichen Vereine.
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6.1 Das Gemeinwesen
Wir nutzen die Umgebung Scharnebecks sowohl für die Kinder wie auch für die Eltern. Da wir Kenntnisse über die örtlichen Vereine haben, geben wir diese gerne an neu zugezogene Familien weiter. Auch in Fragen religiöser Gemeinschaften oder kommunaler Angelegenheiten helfen wir nach bestem Wissen. Manchmal dürfen wir auch örtliche Betriebe wie den Bäcker oder Tischler besuchen und im Krankenhaus statten wir regelmäßig der Altenstation einen Besuch ab.
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6.2 Öffentlichkeitsarbeit
Durch die Eröffnung einer Internetseite und der Auslage von Flyern ist die öffentliche Bekanntmachung unserer Einrichtung sichergestellt. Bei aktuellen Ereignissen laden wir auch die Presse zur Berichterstattung ein oder schicken Artikel an die Dorfzeitung. Eine weitere Form ist das Kita-ABC, das den Eltern bei der Aufnahme mitgegeben wird oder auch Elternabende, an denen die Arbeit transparent gemacht wird. Selbstverständlich tragen auch die Zufriedenheit der Eltern, glückliche Kinder, freundliches Personal und guter Service zu einem positiven Ruf bei.
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Die Wege,
die wir zu unserem Ziel hin
eingeschlagen haben,
sind weder die Kürzesten,
noch die Bequemsten,
für uns jedoch sind sie die Besten,
weil sie unsere eigenen Wege sind.

                    Janusz Korczak

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